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Europameisterschaften Gewehr/Pistole in Baku (AZE), 21. Juli bis 4. August 2017

Marina Schnider nicht an der EM

Marina Schnider (hier am Europacup <br>Thun) darf an der EM nicht starten.
Marina Schnider (hier am Europacup
Thun) darf an der EM nicht starten.

25.07.2017 - Hiobsbotschaft für das Schweizer 300m-Gewehrteam: Wegen eines Meldefehlers wird die Nidwaldnerin Marina Schnider an den Europameisterschaften Gewehr/Pistole in Baku nicht starten können. Das Schweizer Team wird kurzfristig Myriam Brühwiler als Ersatz nach Baku einfliegen. Allerdings steht noch nicht fest, ob die 300m-Disziplinen überhaupt durchgeführt werden können.

Die Reglemente des Internationalen Schiesssportverbands (ISSF) sind kompliziert. Das gilt nicht nur für die schiesstechnischen Belange, sondern auch für die Anmeldemodalitäten für Wettkämpfe. Das wurde dem Schweizer Team nun zum Verhängnis. Aufgrund eines Meldefehlers des Schweizer Schiesssportverbands steht die Nidwaldner 300m-Schützin Marina Schnider nicht auf der Entrylist für die Europameisterschaften in Baku. Bis am 21. Juni 2017 – noch vor Beendigung der Selektionswettkämpfe in den nicht-olympischen Disziplinen – musste der Schweizer Schiesssportverband die Athletinnen und Athleten melden. Danach waren bis am 17. Juli Korrekturen möglich. Bei diesem Vorgang passierte der Fehler: Marina Schnider wurde nicht korrekt erfasst und ist deshalb offiziell nicht startberechtigt.

Die Teamleaderin der 300m-Gewehrschützinnen stünde zwar erst am 29. und 30. Juli, also fast am Schluss der Europameisterschaften, im Einsatz. Doch unabhängig davon, wann eine Disziplin im Wettkampfprogramm angesetzt ist, sind keine Nachmeldungen möglich – auch im Verletzungsfall nicht. Das Schweizer Trainerteam unter Leitung von Daniel Burger hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Marina Schnider für die Europameisterschaften nachzumelden – ohne Erfolg. Auch ein formaler Protest wurde in Erwägung gezogen. In mehreren vergleichbaren Fällen waren diese aber allesamt chancenlos.

 

Der Verband entschuldigt sich bei Marina Schnider

Gänzlich auf den Startplatz verzichten muss die Schweiz aber nicht. Auf der Meldeliste vom 21. Juni ist nämlich Myriam Brühwiler aufgeführt. Die 300m-Schützin aus dem Kanton Sankt Gallen hatte die Selektion für die EM knapp verpasst, kann nun aber als Ersatz aufgeboten werden, um das 300m-Team der Frauen mit Silvia Guignard und Andrea Brühlmann zu komplettieren. Somit könnte die Schweiz ihre Medaillenchancen in den Teamwettkämpfen Gewehr 300m liegend und Gewehr 300m Dreistellung wahren, auch wenn das Fehlen der Teamleaderin schmerzhaft ist. Marina Schnider hatte zuletzt am Europacup in Thun den Dreistellungsmatch in überzeugender Manier gewonnen und wäre eine heisse Kandidatin für eine Einzelmedaille gewesen.

Der Schweizer Schiesssportverband bedauert, dass es zu diesem Fehler gekommen ist und entschuldigt sich bei Marina Schnider, die ihrer Medaillenchancen beraubt worden ist. Die Mängel im Wettkampfmanagement wurden im Mai 2017 festgestellt. Es wurden sofort Massnahmen ergriffen, die ab der neuen Schiesssportsaison (ab 1. Oktober 2017) greifen. Ab dann wird ein Controlling und Qualitätsmanagement solche Meldefehler vermeiden. Für die Europameisterschaften kommen die Verbesserungen leider zu spät.

 

Durchführung der 300m-Wettkämpfe ist gefährdet

Die 300m-Schützinnen und -Schützen werden am Mittwoch, 26. Juli 2017, nach Baku reisen. Myriam Brühwiler folgt einen Tag später nach. Es ist durchaus möglich, dass die Reise aller 300m-Schützen umsonst war. Denn noch ist die Durchführung der 300m-Wettkämpfe nicht gesichert. Die Schiessanlage in Baku ist drei Jahre alt und entspricht grundsätzlich allen Anforderungen. Die 300m-Anlage wurde allerdings noch nie (!) benutzt und auch nie vom Internationalen Schiesssportverband abgenommen und bewilligt. Bei einem ersten Test während der laufenden Europameisterschaft stellten Vertreter mehrerer Nationen – unter ihnen auch die Schweiz – fest, dass in der Liegend-Stellung die Zielscheiben gar nicht zu sehen sind. Die 50m-Scheiben und deren Fundament versperren den Blick.

Die Veranstalter unternehmen derzeit alles, um die Anlage mit baulichen Massnahmen wettkampftauglich zu machen. Viel Zeit bleibt allerdings nicht: Bis und mit Donnerstag, 27. Juli, finden die 50m-Wettkämpfe statt, tags darauf beginnen die 300m-Trainings. (van)

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