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Europacup Gewehr 300m/Pistole 25m, 4. bis 7. Juli 2017, Thun

Die Schweiz ist die erfolgreichste Nation am Europacup

Silvia Guignard (links), Marina Schnider <br>und Andrea Brühlmann haben ihren <br>Teil zum erfolgreichen Abschneiden <br>der Schweiz am Europacup Thun <br>beigetragen.
Silvia Guignard (links), Marina Schnider
und Andrea Brühlmann haben ihren
Teil zum erfolgreichen Abschneiden
der Schweiz am Europacup Thun
beigetragen.

08.07.2017 - Mit vier Gold-, vier Silber- und einer Bronzemedaille haben die Schweizer Schützinnen und Schützen am Europacup Gewehr 300m in Thun so viele Auszeichnungen geholt wie keine andere Nation. Der Heim-Europacup war aus Schweizer Sicht ein voller Erfolg. Mit ein bisschen mehr Wettkampfglück wäre sogar noch die eine oder andere zusätzliche Medaille möglich gewesen.

 

Resultatbuch Europacup Thun Gewehr 300m, Resultatbuch Europacup Thun Pistole 25m

 

Begonnen hat die Erfolgsserie am Mittwoch, 5. Juli, mit dem Sieg von Gilles Dufaux mit dem Standardgewehr 300m 3x20. 588 Punkte hatte der Fribourger auf dem Konto, was gleichbedeutend mit einem neuen Schweizerrekord ist. Andrea Rossi gewann im selben Wettkampf mit 581 Punkten die Bronzemedaille. Das Schweizer Trio mit Dufaux, Rossi und Jan Lochbihler sicherte sich zudem überlegen die Goldmedaille in der Teamwertung.

Am Donnerstag, 6. Juli, dem zweiten Wettkampftag, kamen fünf weitere Medaillen hinzu. Die Schweizer Frauen feierten mit Marina Schnider und Andrea Brühlmann einen Doppelsieg im Dreistellungsmatch Gewehr 300m. Schnider gewann mit 587 Punkten überlegen Gold. Brühlmann erzielte 584 Punkte. Schnider, Brühlmann und Silvia Guignard sicherten der Schweiz zudem Team-Gold und erzielten mit 1750 Punkten einen neuen Schweizerrekord. Die Männer standen den Frauen in nichts nach: Jan Lochbihler wurde in seinem ersten Wettkampf Gewehr 300m Dreistellung hervorragender Zweiter. Er musste sich mit 1165 Punkten lediglich dem Altmeister Rajmond Debevec (SLO) geschlagen geben. In der Teamwertung konnten sich Jan Lochbihler, Andrea Rossi und Gilles Dufaux ebenfalls über eine Silbermedaille freuen.

 

Medaillenspiegel Europacup Gewehr 300m, 4. bis 7. Juli, Thun

Rang Nation Gold Silber Bronze
1 Schweiz 4 4 1
2 Schweden 4 1 1
3 Slowenien 1 1 2
4 Österreich 1   1
5 Frankreich   2  
6 Polen   1 2
7 Deutschland   1 1

 

Silber gab es für die Schweiz auch am 7. Juli. Zum Abschluss des Europacups feierten Jan Lochbihler, Gilles Dufaux und Marcel Ackermann eine Team-Silbermedaille im Liegendwettkampf Gewehr 300m. In der Einzelwertung schrammten Dufaux und Lochbihler als Vierter und Fünfter nur knapp an den Medaillen vorbei. Nahe dran waren auch die Schweizer Frauen im selben Wettkampf. Marina Schnider belegte in der Einzelwertung den sechsten Platz. Mit 593 Punkten fehlten ihr zwei Zähler zur Medaille. In der Teamwertung klassierte sich das Trio Marina Schnider, Silvia Guignard und Fabienne Füglister auf dem vierten Rang.

Ohne Medaille blieb Guido Muff, der einzige Schweizer Pistolenschütze, der am parallel stattfindenden Europacup Pistole 25m teilnahm. Am 6. Juli holte sich der Rothenburger mit der Zentralfeuerpistole den 9. Rang. Am 7. Juli konnte er sich steigern: Mit der Standardpistole sicherte er sich den 6. Platz. (van)

 

Medaillenspiegel Europacup Pistole 25m, 5. bis 7. Juli, Thun

Rang Nation Gold Silber Bronze
1 Tschechien 1 1 1
1 Frankreich 1 1 1

 

 


Berichterstattung vom 7. Juli 2017

 

Mannschaftssilber für die Herren im Liegendwettkampf

 

Auch am dritten und letzten Wettkampftag des Europacups Thun dürfen sich die 300m-Gewehrschützen über Edelmetall freuen. Gilles Dufaux, Jan Lochbihler und Marcel Ackermann gewannen im Liegendwettkampf Mannschaftssilber. In der Einzelwertung gingen die Schweizer leer aus.

 

Resultate: Gewehr 300m liegend Männer Team, Gewehr 300m liegend Frauen Team, Gewehr 300m liegend Männer Einzelwertung, Gewehr 300m liegend Frauen Einzelwertung, Standardpistole 25m

Impressionen

 

Die Elimination Gewehr 300m liegend bot Schiesssport vom Feinsten. Dazu trug insbesondere Rajmond Debevec bei. Der Slowene blieb mit 599 Punkten nur einen Zähler unter dem Maximum und schoss sensationelle 49 Innenzehner. Das Schussbild in der letzten Passe sah aus, als wäre sein Gewehr in einem Schraubstock eingespannt gewesen. Mit Gilles Dufaux stand ihm ein Schweizer nur wenig nach. Der Fribourger erzielte 598 Punkte und 43 Innenzehner. Damit belegte er in der Elimination den zweiten Platz. Jan Lochbihler kam ebenfalls auf 598 Punkte. Da er «nur» 29 Innenzehner schoss, blieb ihm der fünfte Rang. Die Platzierungen in der Elimination waren allerdings nur von geringem Wert. Um die Einzelmedaillen ging es erst in der Qualifikation (siehe unten). Entschieden wurde aber bereits über die Team-Medaillen. Und hier mischte die Schweiz dank Dufaux und Lochbihler sowie dem Liegend-Spezialisten Marcel Ackermann (593 Punkte, 18. Rang) ganz vorne mit. Die Schweizer stritten sich mit den Schweden um Gold und konnten auf der Leinwand mitverfolgen, wie das Trio aus dem Norden die Eidgenossen in den letzten paar Schüssen abfing. Die Schweizer wären auf einen Ausrutscher angewiesen gewesen. Doch Per Sandberg, Stefan Ahlesved und Karl Olsson machten ihnen diesen Gefallen nicht. Sie schossen mit 300 Punkten aus und siegten mit 1790 Punkten (106 IZ) vor der Schweiz (1789, 104) und Polen (1779, 80).

Das Schweizer Frauen-Trio mit Marina Schnider, Fabienne Füglister und Silvia Guignard musste mit dem vierten Platz vorliebnehmen. Guignard unterlief im ersten Schuss ein Scheibenfehler. Das band die Schweizerinnen entscheidend zurück. Der Sieg ging auch hier an Schweden (1781, 79) vor Frankreich (1776, 78) und Deutschland (1774, 73). Die Schweizerinnen erzielten 1764 Punkte (73 IZ).

 

Marcel Ackermann (links), Gilles Dufaux und Jan Lochbihler freuen sich über Silber Gewehr 300m liegend.

 

Hauchdünn an den Medaillen vorbei

In der Qualifikation lieferten die Schweizer Männer – allen voran Gilles Dufaux und Jan Lochbihler – erneut einen starken Auftritt ab. Beide erzielten 596 Punkte und 34 Innenzehner. Das reichte aber nicht fürs Podium, sondern «nur» für die Plätze vier und fünf. Auf dem Podest standen mit Per Sandberg (SWE, 1., 599), Rémi Moreno Flores (FRA, 2., 598) und Rajmond Debevec (SLO, 3., 597) andere. In die Top Ten schaffte es mit Marcel Ackermann ein dritter Schweizer. Der Liegend-Spezialist klassierte sich mit 593 Punkten auf dem 10. Rang. Weiter hinten folgten Andrea Rossi (18., 592), René Homberger (25., 590) und Christoph Dürr (31., 581). Dürr wurde allerdings unter seinem Wert geschlagen. Er musste in der zweiten Passe einen Scheibenfehler hinnehmen, der ihn entscheidend zurückwarf.

Nahe dran an einer Medaille waren auch die Schweizer Frauen. Marina Schnider schoss praktisch während des ganzen Wettkampfs an der Spitze mit. Ihre 593 Punkte und 27 Innenzehner reichten letztlich zum 6. Platz. Für Bronze wären zwei Zähler mehr nötig gewesen. Zuoberst auf dem Podest stand die Schwedin Anna Norman (596, 34 IZ) vor der Deutschen Eva Rösken (596, 28 IZ) und Landsfrau Elin Ahlin (595). In den Top Ten klassierte sich auch Silvia Guignard. Die Zürcherin steckte ihren Scheibenfehler von der Elimination mental gut weg, erzielte 591 Punkte und wurde dafür mit dem 8. Rang belohnt. Die weiteren Schweizerinnen: 15. Myriam Brühwiler (586); 18. Andrea Brühlmann (582); 19. Olivia Hagmann (581, 20 IZ), 20. Fabienne Füglister (581, 16 IZ).

 

Starke Leistung von Guido Muff

Einen starken Wettkampf zeigte auch Pistolenschütze Guido Muff. Mit der Standardpistole 25m war er insbesondere in den 20- und 10-Sekundenserien zuvorderst mit dabei. In der Endabrechnung reichten seine 559 Punkte (14 Innenzehner) für den 6. Rang. Die Franzosen feierten durch Yann Fridrici (565) und Clémentine David (564) einen Doppelsieg. Bronze ging an den Tschechen Tomas Tehan (563). (van)

 


Berichterstattung vom 6. Juli 2017

 

Schweizer Frauen-Doppelsieg und Silber für die Herren

 

Die Schweizer Festspiele am Europacup Thun gehen weiter: Am zweiten Wettkampftag feiern Marina Schnider und Andrea Brühlmann im Dreistellungsmatch Gewehr 300m einen Doppelsieg. Das Team mit Schnider, Brühlmann und Silvia Guignard gewinnt ebenfalls und stellt mit 1750 Punkten einen neuen Schweizer Rekord auf. Auch Jan Lochbihler darf sich über eine Medaille freuen: Der Solothurner wurde im Dreistellungsmatch Gewehr 300m Zweiter hinter Altmeister Rajmond Debevec aus Slowenien.

 

Resultate Gewehr 300m 3x20 Frauen: Einzelwertung, Team 

Resultate Gewehr 300m 3x40 Männer: Einzelwertung, Team

Resultate Zentralfeuerpistole 25m

Impressionen

Videos: Marina Schnider, Jan Lochbihler

 

Marina Schnider lag nach den 20 Kniend-Schüssen (197 Punkte) vorne, die Ranglistenspitze hielt sie auch nach den zwei Liegend-Passen (199 Punkte) und auch stehend gab sie den Platz an der Sonne nicht mehr her. Die Nidwaldnerin war am Europacup Thun in der Schiessanlage Guntelsey die Ruhe selbst und feierte einen unangefochtenen Sieg im Dreistellungsmatch Gewehr 300m der Frauen. Sie selbst sei zwar gegen Ende des Wettkampfs nicht mehr ganz so ruhig gewesen, sagte sie unmittelbar vor der Siegerehrung. Sie schoss mit 95 Punkten souverän aus, erzielte im Total 587 Punkte (einen Zähler unter ihrem eigenen Schweizerrekord) und musste lediglich eine Konkurrentin etwas näher rücken lassen. Erfreulicherweise handelte es sich dabei um Teamkollegin Andrea Brühlmann. Die Arbonerin schoss kniend (196 Punkte) ebenfalls sehr stark, musste aber liegend mit 194 Punkten einige Konkurrentinnen vorbeiziehen lassen. Doch entschieden wird ein Dreistellungsmatch stehend. Und hier drehte Andrea Brühlmann auf: 194 Punkte erzielte sie in den letzten 20 Schüssen und holte damit entscheidend auf. Sie liess sich für ihre Aufholjagd Zeit und nutzte praktisch die letzte Sekunde der zwei Stunden Wettkampfzeit aus. Mit 584 Punkten im Total distanzierte sie Karolina Kowalczyk aus Polen um zwei Zähler.

 

Die erfolgreichen Schweizer Schützinnen (von links): Silvia Guignard, Marina Schnider und Andrea Brühlmann.

 

Auch die weiteren Schweizerinnen vermochten zu überzeugen: Silvia Guignard zeigte einen konstanten Wettkampf. Ihre 579 Punkte reichten zum siebten Platz. Mit Fabienne Füglister (Rang 9) und Myriam Brühwiler (Rang 10) klassierten sich zwei weitere Schweizerinnen unter den ersten Zehn. Füglister war kniend (197) und liegend (197) auf Podestkurs, verlor aber mit 183 Punkten stehend Rang um Rang. Wie Füglister erzielte auch Brühwiler 577 Punkte. Sie überzeugte liegend, liess aber kniend und stehend das eine oder andere Pünktchen liegen. Olivia Hagmann als 15. (565 Punkte) rundete die Schweizer Bilanz ab.

Die Dominanz der Schweizerinnen wirkte sich auch auf die Teamwertung aus. Marina Schnider, Andrea Brühlmann und Silvia Guignard gewannen mit 1750 Punkten deutlich vor dem Trio aus Polen (1726). Die 1750 Punkte sind gleichbedeutend mit einem neuen Schweizerrekord. Bis anhin lag die Marke bei 1727 Zählern, erzielt von Marina Schnider, Bettina Bucher und Myriam Brühwiler an der EM 2013 in Osijek (CRO).

 

Silber für Jan Lochbihler

Der Solothurner Jan Lochbihler bewies einmal mehr Nervenstärke: Im letzten von 120 Schüssen brauchte er eine Zehn, um Silber im Dreistellungsmatch Gewehr 300m zu verteidigen. Mit einer Neun hätte er mit Bronze vorlieb nehmen müssen. Doch Lochbihler liess sich nicht irritieren und setzte die Patrone in die Mitte der Scheibe. Er sorgte damit für die dritte Einzelmedaille für die Schweiz am zweiten Wettkampftag. Geschlagen wurde Lochbihler lediglich von Rajmond Debevec. Der Slowene hatte sich kniend einen kleinen Rückstand eingehandelt. Doch stehend spielte Debevec seine ganze Routine aus und distanzierte die Konkurrenz deutlich. An seine 387 Punkte kam keiner auch nur annähernd heran. Am Schluss hatte der Altmeister 1171 Punkte auf dem Konto, Lochbihler kam auf 1165 Zähler und hielt damit den drittplatzierten Österreicher Gernot Rumpler um einen Punkt auf Abstand. Eine Neun im letzten Schuss hätte Lochbihler nicht gereicht. Der Österreicher hatte 49 Innenzehner geschossen, vier mehr als Jan Lochbihler.

 

Viermal Edelmetall: Jan Lochbihler (Mitte) gewann sowohl in der Einzelwertung als auch in der Teamwertung mit Gilles Dufaux (links) und Andrea Rossi Silber.

 

Die anderen vier Schweizer konnten mit der Spitze nicht ganz mithalten und verloren insbesondere in den Stehend-Passen zu viele Punkte. Andrea Rossi klassierte sich mit 1148 Punkten auf dem elften Rang. Einen Platz dahinter folgte René Homberger mit 1140 Zählern. Christoph Dürr wurde mit einem Punkt weniger Vierzehnter. Die rote Laterne aus Schweizer Sicht trug dieses Mal Gilles Dufaux der tags zuvor noch einen neuen Schweizer Rekord mit dem Standardgewehr erzielt hatte. Dufaux liess insbesondere liegend wichtige Punkte liegen. Mit 1138 Punkten belegte er den 15. Rang. Allerdings wurde der Fribourger durch Materialprobleme zurückgebunden. Der Gewehrlauf wies Mängel auf. Für den Liegendmatch vom 7. Juli wird er auf einen anderen Lauf zurückgreifen.

In der Teamwertung mussten die Schweizer den ausgeglicheneren Österreichern den Vorrang lassen. Bernhard Pickl, Gernot und Stefan Rumpler kamen auf 3460 Punkte. Die Schweiz mit Jan Lochbihler, Andrea Rossi und Gilles Dufaux erzielten neun Zähler. Bronze ging an Slowenien mit 3441 Punkten.

 

9. Rang für Guido Muff

Am 6. Juli griff erstmals auch der einzige Schweizer Pistolenschütze am Europacup Thun ins Wettkampfgeschehen ein. Guido Muff zeigte mit der Zentralfeuerpistole einen soliden Wettkampf. 280 Punkte in der Präzision und 286 Punkte im Schnellfeuer (total 566) reichten für den 9. Rang. Eine bessere Klassierung verpasste der Rothenburger in der letzten 10er-Passe in der Präzision: Mit 90 Punkten verlor den Anschluss an die vordersten Ranglistenregionen. Über einen Doppelsieg freuen durften sich die Tschechen. Tomas Tehan gewann den Wettkampf mit 582 Punkten. Tehan brillierte insbesondere im Schnellfeuer: Mit 298 Punkten holte er mehrere Ränge auf. Nach dem Präzisionsteil war er mit seinen 284 Punkten noch nicht ganz vorne anzutreffen. Rang zwei ging an seinen Landsmann Jindrich Dubovy mit 581 Punkten und 17 Innenzehnern. Wegen drei Innenzehnern weniger landete die Französin Clémentine David auf dem Bronzeplatz. (van)

 

Guido Muff im Einsatz. Fürs Podest hat es leider nicht gereicht. Auf dem Treppchen standen (von links) Jindrich Dubovy, Tomas Tehan und Clémentine David.

 

 


Berichterstattung vom 5. Juli 2017

 

Gilles Dufaux siegt am Europacup Thun

 

Ein Auftakt nach Mass für das Schweizer Team am Europacup 300m in der Thuner Guntelsey. Gilles Dufaux gewinnt mit 588 Punkten (und neuem Schweizerrekord) den Wettkampf Standardgewehr 300m 3x20. Andrea Rossi sichert sich mit 581 Punkten Bronze. Auch das Schweizer Team mit Dufaux, Rossi und Jan Lochbihler holt sich überlegen die Goldmedaille.

 

Resultate Standardgewehr 300m 3x20: Einzelwertung, Team

Impressionen

Videos: Gilles Dufaux, René Homberger, Andrea Rossi

 

Zweimal Gold, einmal Bronze: Besser hätte der Lapua-Europacup Gewehr 300m und Pistole 25m für die Schweiz gar nicht beginnen können. Für den Auftakt nach Mass sorgten Gilles Dufaux und Andrea Rossi. Der Fribourger Dufaux ging mit dem Standardgewehr 300m aggressiv ans Werk, legte im Dreistellungsmatch einen hohen Rhythmus hin und feierte einen Start-Ziel-Sieg. Mit zweimal 99 Punkten kniend und zweimal 100 Punkten liegend gab er eine Marke vor, die keiner erreichte. Am nächsten kam ihm der Schwede Stefan Ahlesved, der aber stehend viel an Boden verlor und letztlich nur den 10. Platz belegte. Dufaux seinerseits zeigte mit 96 und 94 Punkten auch in den letzten beiden Passen, dass er den obersten Platz auf dem Siegertreppchen nicht mehr hergeben wollte. «Ich habe nach 40 Schuss gewusst, dass ich gut unterwegs bin», sagte Dufaux nach geschlagener Schlacht. «Nervös wurde ich deswegen aber nicht.» Stehend sei der Wettkampf aber nicht optimal gelaufen: «Ich habe in letzter Zeit immer etwas Bewegung drin und musste auch heute um jeden Schuss kämpfen.»

 

Gilles Dufaux distanzierte die Konkurrenz um fünf und mehr Punkte.

 

Um 10.15 Uhr hatte Gilles Dufaux als zweiter Athlet den Wettkampf beendet. Lange zittern musste Dufaux nicht. Schnell war klar, dass ihm Gold nicht mehr zu nehmen war. Mit 588 Punkten verbesserte er den drei Jahre alten Schweizerrekord von Marcel Bürge um einen Punkt und siegte mit fünf Längen Vorsprung auf den Schweden Karl Olsson, der stehend einige Ränge gut machen konnte. Gleiches gelang auch Andrea Rossi. Der Tessiner startete mit 94 und 97 Punkten kniend verhalten. Mit zweimal 98 Punkten liegend konnte er kaum etwas gut machen. Aber stehend schoss er so gut wie kein anderer. Den 95 Punkten in der ersten Passe liess er sensationelle 99 Punkte in den letzten zehn Schuss folgen. Damit überholte er den Österreicher Gernot Rumpler und verdrängte diesen mit 581 gegenüber 580 Punkten vom Podest. Von Freude war Andrea Rossi unmittelbar nach dem Wettkampf allerdings nichts anzusehen. Vielmehr schüttelte er den Kopf. «Ich war mit mir selber nicht zufrieden», sagte Rossi. Er habe sich über den Siebner in der ersten Stehendpasse aufgeregt. Mit einem Podestplatz hatte er nicht gerechnet. Umso grösser war die Freude danach.

Die hervorragende Schweizer Bilanz rundete Jan Lochbihler ab. Er folgte als drittbester Schweizer bereits auf Rang 5. In seinem ersten (!) 300m-Wettkampf in dieser Saison spielte er seine ganze Routine aus, zeigte einen von A bis Z soliden Wettkampf und erzielte 579 Punkte. Wären die erste Kniend- oder die letzte Stehend-Passe noch etwas besser gelaufen, wäre ein Podestplatz möglich gewesen.

 

Ein erfreuliches Podest aus Schweizer Sicht: Gold für Gilles Dufaux (Mitte), Bronze für Andrea Rossi (rechts). Silber geht an den Schweden Karl Olsson.

 

Nationaltrainer Daniel Burger war nach dem Wettkampf entsprechend zufrieden mit seinen Schützlingen. «Dass Gilles Dufaux das Rüstzeug zu einem solchen Sieg hat, wissen wir schon lange», sagte er. Auch Andrea Rossi habe bewiesen, dass er mit der Weltspitze mithalten könne. Angetan war Burger auch von Jan Lochbihlers Leistung. «Wenn er noch einen oder zwei 300m-Wettkämpfe bestreiten kann, mischt er um die Medaillen mit», so Burger. Zufrieden war er auch mit den anderen beiden Schweizern. René Homberger belegte mit 577 Punkten den 9. Rang, Christoph Dürr klassierte sich mit 566 Zählern auf Platz 14. «Beide haben heute gut gearbeitet.»

Die hervorragende Bilanz der Schweizer zahlte sich auch in der Teamwertung aus. Gilles Dufaux, Andrea Rossi und Jan Lochbihler totalisierten 1748 Punkte. Das Schweizer Trio lag damit 44 Zähler vor den zweitklassierten Slowenen (Rajmond Debevec, Robert Markoja, Dusan Zisko). Weitere Teams waren nicht angetreten. (van)

 


Berichterstattung vom Training, 4. Juli 2017

 

300m-Schützen sind bereit

 

Am 5. Juli beginnt für die 300m-Schützen der Lapua-Europacup in Thun. Tags zuvor hat sich das Schweizer Team in der Guntelsey auf die Ernsteinsätze vorbereitet. Für einige war es ein erstes Herantasten.

 

Impressionen aus dem Training, Video von Fabienne Füglister, Video von Jan Lochbihler

 

Jan Lochbihler oder Christoph Dürr haben dieses Jahr schon manchen Wettkampf bestritten. Auf 300m waren die beiden Gewehrschützen aber noch nie im Einsatz. Das sieht bei René Homberger, Gilles Dufaux, Andrea Rossi und Marcel Ackermann anders aus. Auch die sechs Schweizer Gewehrschützinnen (Myriam Brühwiler, Silvia Guignard, Fabienne Füglister, Andrea Brühlmann, Marina Schnider und Olivia Hagmann) haben schon den einen oder anderen 300m-Wettkampf bestritten. Alle 12 Schützinnen und Schützen hatten am 4. Juli die Möglichkeit, sich mit den Bedingungen in der Thuner Guntelsey anzufreunden. Die Stimmung im Training war locker und konzentriert zugleich.

Am 5. Juli gilt es für die Männer ernst, am 6. Juli greifen auch die Frauen ins Wettkampfgeschehen ein. Dasselbe gilt für Guido Muff, den einzigen Pistolenschützen im Schweizer Aufgebot. Das Wettkampfprogramm sieht wie folgt aus:

Mittwoch, 5. Juli 2017
• 9 bis 11 Uhr: 300m Standardgewehr Männer

Donnerstag, 6. Juli 2017
• 9.30 bis 11.30 Uhr: 300m Gewehr Dreistellung Frauen
• 9.30 bis 10.50 Uhr: 25m Zentralfeuerpistole Präzision
• 13.30 bis 14.30 Uhr: 25m Zentralfeuerpistole Schnellfeuer
• 13.45 bis 16.45 Uhr: 300m Gewehr Dreistellung Männer

Freitag, 7. Juli 2017
• 8.15 bis 9.15 Uhr: 300m Gewehr liegend Frauen und Männer – Elimination
• 9.30 bis 11.00 Uhr: Standardpistole
• 10.45 bis 11.45 Uhr: 300m Gewehr liegend Frauen und Männer

Alle Wettkämpfe können auf www.results.sius.com mitverfolgt werden.

 


Vorschau vom 1. Juli 2017

 

300m-Schützen treffen am EC Thun auf internationale Konkurrenz

 

Vom 4. bis 7. Juli organisiert der Schweizer Schiesssportverband in der Thuner Guntelsey einen Lapua Europacup Gewehr 300m. Vom 5. bis 7. Juli findet gleichenorts der Lapua Europacup Pistole 25m statt. Für die Schweizer Schützen geht es einerseits um Medaillen, andererseits ist der Europacup der letzte Selektionswettkampf für die Europameisterschaften in Baku (AZE).

 

64 Gewehrschützinnen und Gewehrschützen sowie 16 Athleten mit Pistole aus ingesamt 15 Ländern haben sich für den Lapua Europacup in der Thuner Guntelsey gemeldet. Die Schweizerinnen und Schweizer müssen sich auf starke Konkurrenz gefasst machen. Für die Schweiz werden sechs Gewehrschützinnen, sechs Gewehrschützen und ein Pistolenschütze an den Start gehen. Aufgeboten wurden folgende Athletinnen und Athleten:

Gewehr 300m Frauen

  • Myriam Brühwiler
  • Silvia Guignard
  • Olivia Hagmann
  • Fabienne Füglister
  • Andrea Brühlmann
  • Marina Schnider

Gewehr 300m Männer

  • Marcel Ackermann
  • Gilles Dufaux
  • Andrea Rossi
  • Jan Lochbihler
  • Christoph Dürr
  • René Homberger

Pistole 25m Männer

  • Guido Muff

 

Mehrere Athletinnen und Athleten kämpfen in Thun auch noch um die letzten Plätze für die Europameisterschaften in Baku (AZE). Unmittelbar nach dem Europacup wird der Schweizer Schiesssportverband die letzten Selektionen für den Saisonhöhepunkt vornehmen. Der Europacup Thun kann live auf der Sius-Resultateseite mitverfolgt werden. Auf swissshooting.ch werden täglich Berichte und Bilder aufgeschaltet. (van)

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