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Europameisterschaften Gewehr/Pistole 10m in Maribor, 6. bis 12. März

Kein Edelmetall für die Schweiz

Es sollte nicht sein: Heidi Diethelm Gerber<br>verpasste zum vierten Mal in Folge<br> den Finaleinzug an einer EM.
Es sollte nicht sein: Heidi Diethelm Gerber
verpasste zum vierten Mal in Folge
den Finaleinzug an einer EM.

11.03.2017 - Heidi Diethelm Gerber verpasste am letzten Wettkampftag der EM in Maribor den Finaleinzug. Die Herren Gewehr überzeugten durch eine geschlossene Mannschaftsleitung, schafften es jedoch ebenso nicht in den Final. Die Schweiz bleibt an dieser EM ohne Medaille.

 

Resultatebuch

 

 

Es sollte einfach nicht sein: Die Schweizer Delegation gewinnt an den Europameisterschaften Gewehr und Pistole 10m kein Edelmetall. Am letzten Wettkampftag klassierte sich Heidi Diethelm Gerber am Samstagmorgen in der Qualifikation mit 381 Zählern auf dem 10. Rang. Mindestens zwei Punkt mehr hätte die Märstetterin für den Einzug ins Finale benötigt, weil sie wenige (insgesamt 9) Innenzehner hatte. Rebecca Villiger belegte Rang 55 (367 Punkte), gefolgt von der dritten Schweizer Pistolenschützin, Sandra Stark (366 Punkte) auf Rang 57. In der Teamrangliste ergab dies so den 11. Rang.

Bei den Männern Luftgewehr reichte es heute ebenfalls nicht für die Finalteilnahme. Christoph Dürr wird 27. mit 622,4 Zählern, gefolgt von Pascal Loretan auf Rang 29 mit 621.9 Punkten und Jan Lochbihler mit 621.7 Zählern auf Platz 33. Die Eidgenossen zeigten am letzten Wettkampftag immerhin eine geschlossene Mannschaftleistung. Sie klassieren sich so in der Teamwertung auf dem 10. Rang -  bloss 2.5 Punkte Rückstand trennten sie am Schluss vom Gewinn einer Medaille.
Und auch auch beim letzten Einsatz an dieser EM war den Eidgenossen kein Wettkampfglück hold: Den Mix-Luftgewehr-Wettkampf, den Nina Christen und Pascal Loretan zusammen bestritten, beendeten die beiden Athleten auf dem 9. Rang. Diesmal waren es acht Zehntel, die den Rückstand auf den achten Platz ausmachten - auch hier blieb dem Schweizer Team der Einzug ins Finale verwehrt.


Fazit Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport:

«Ich bin nicht zufrieden, klar. Wir müssen uns eingestehen, dass in den Luftdisziplinen die Schweiz noch nicht da ist, wo wir alle sie gerne hätten. In den Kleinkaliberdisziplinen sind wir international viel weiter. Hier in Maribor wird uns aufgezeigt: Es fehlt noch der letzte Drive, um konstant unter die besten Acht zu kommen und letztendlich Medaillen zu gewinnen. Aber wir haben die Athleten, welche das Potential haben, dies umzusetzen. Daran werden wir hart und konsequent arbeiten.»


Heidi Diethelm Gerber: «Das nagt an einem»

Zurück zum letzten Wettkampftag: Unmittelbar nach dem Wettbewerb Pistole 10m blieb Heidi Diethelm Gerber eine Weile stehen, den Kopf gesenkt. Das vierte Mal in Folge blieb der Thurgauerin den Einzug ins Finale einer Luftdruck-EM knapp verwehrt. In Györ (HUN) war es der 11. Schlussrang, an den beiden jeweiligen Europameisterschaften zuvor jeweils Platz 9. «Da bricht halt im Moment schon eine Welt zusammen», sagt Diethelm Gerber. Man wisse, zu was man fähig sei, im Training sei es gut gelaufen – aber am Schluss hapere es dann an kleinen Einzelheiten. «Und das nagt dann an einem», so Diethelm Gerber.

Die Thurgauerin war mit 97 optimal gestartet, selbst die 93 (1x8) in der zweiten Passe steckte sie weg. In Passe 4 fehlten die Zehner. Den Final verpasste Diethelm Gerber mit dem 8er im letzten Schuss. «Heidi hat heute bis zum Schluss gekämpf», sagt Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport. Jedoch sei etwa die Körperhaltung heute nicht perfekt gewesen. Aber dies sei kein Grund, Trübsal zu blasen. «Heidi hat einfach Klasse», so Burger. Die vier knapp verpassten EM-Finals in Folge zeugten schliesslich vor allem von einer hohen Konstanz.
Zufrieden zeigt sich Burger auch mit der Leistung der zwei weiteren Pistolenschützinnen im Bunde, Sandra Stark und Rebecca Villiger. Beide seien aber von ihrem Potential her absolut zu 4 oder 5 Punkten mehr imstande. Aber grundsätzlich dürfe man sagen: «Die Leistungen heute waren im grünen Bereich», so Burger.
Einige Zeit später übrigens lächelt Heidi Diethelm Gerber bereits wieder. Und es wundert auch nicht, was in Zukunft Ziel und Anspruch der Bronzemedaillengewinnerin von Rio ist: Der Titelgewinn an den Europameisterschaften, die im Sommer 2017 in Baku (AZE) stattfinden werden – diesmal dann unter anderem in der Paradedisziplin der Thurgauerin, der 25m Sportpistole.

Das nächste grosse Ziel bereits fest vor Augen: Heidi Diethelm Gerber


 

Geschlossene Mannschaftsleitstung der Gewehrschützen

Wie Heidi Diethelm Gerber verpassten auch die Herren Gewehr die Finalteilnahme. Die drei Schweizer Schützen zeigten immerhin eine geschlossene Mannschaftsleistung mit dem 9. Rang in der Teamwertung. Die neun Konkurrenten vor ihnen bewegten sich alle in einem Range von nur 2.5 Punkten. «Natürlich ist mir jetzt nicht zum Jubeln zu Mute», hielt Pascal Loretan direkt nach dem Wettkampf fest. Der Fribourger wurde 29igster, für ihn liegt vom Potential klar mehr drin. «Ich muss jetzt einfach konsequent und fokussiert weiterzuarbeiten», so Loretan. Auf diesem internationalen Niveau gehe es heutzutage um blosse Zehntel, die den Unterschied ausmachen, so Loretan. «Da müssen wir hin.»
Jan Lochbihler (Rang 33) war unmittelbar nach dem Wettkampf anzusehen, dass er alles gegeben hatte. «Die innere Spannung war heute sehr hoch, ich hatte Mühe mit dem Druckausgleich», so der Solothurner. Auch sein Anspruch war der Einzug ins Finale. Lochbihlers Blick war denn auch bereits kurz nach Wettkampf auf die Zukunft gerichtet: «Hart arbeiten, trainieren – ich will fähig sein, gerade an wichtigen internationalen Wettkämpfen mein Potential voll auszuschöpfen», hält der Solothurner fest.
Bester Schweizer Schütze wurde heute Christoph Dürr. «Das spielt mir keine grosse Rolle», winkt der Ostschweizer ab. Wichtiger sei ihm heute die konstante Mannschaftsleistung. Klar, er sei mit sich zufrieden, heute vor allem mit seiner Konzentrationsfähigkeit. Er habe sich «innerlich» nicht ablenken lassen, keine störenden Gedanken zugelassen. Keine Selbstverständlichkeit: Dürr nahm in Maribor das erste Mal als Teil der Elite an einer EM teil. «Das Resultat zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin», so Dürr. Und fügt noch hinzu, dass es im Team einfach «passe».
Erlebt man die drei Schweizer Athleten an diesem Wettkampf in Maribor, nimmt man dies Dürr ab. Auf das Auftreten der drei Schweizer Schützen auf internationalem Parcours darf man in Zukunft durchaus gespannt sein. (cpe)

«Im Team passt es»: Jan Lochbihler, Pascal Loretan und Christoph Dürr (v.l.)


 

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Berichterstattung 10.3.2017

Nina Christen wird als beste Schweizerin 28.

Enttäuschung für die Schweizer Gewehrschützinnen: An der EM in Maribor schafften es Nina Christen, Petra Lustenberger und Marina Bösiger nicht in den Final.

Es gibt Tage, an denen es einfach nicht läuft – diese Erfahrung mussten am späten Donnerstagmorgen die Gewehrschützinnen  machen. Nina Christen klassierte sich als beste Schweizerin mit einem Punktetotal von 413.8 als beste Schweizerin auf Rang 28, gefolgt von Petra Lustenberger auf Platz 32 mit 413.6 Zählern. Marina Bösiger beendete die Qualifikation mit 411.5 Zählern auf Platz 53. Mit dieser Leistung blieben vor allem Christen und Lustenberger klar hinter den Erwartungen zurück. Zum Vergleich: Die Bestplatzierte Tschechin Nikola Mazurova schoss 418.4 Punkte, die Kroatin Snjezana Pejcic erzielte 416.6 Zähler, was Rang acht und die Finalteilnahme bedeutete.

Konnte am vierten Wettkampftag nie das zeigen, was effektiv in ihr steckt: Nina Christen (Bildmitte)


Dabei hatte es zwischenzeitlich für die Schweizerinnen durchaus gut ausgesehen: So lag Lustenberger nach einer starken Startphase zwischenzeitlich auf Rang sechs, dann allerding folgen drei Passen mit 9 und zweimal 9.5 – und das warf die Innerschweizerin unwiderruflich zurück. Nina Christen ihrerseits legte einen für sie suboptimalen Wettkampfbeginn hin und konnte in Folge nie das zeigen, was effektiv in ihr steckt.

«Nina hatte heute unter anderem Probleme mit ihrer Atemtechnik», sagt Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport. «Und schliesslich fehlten dann heute schlicht die hohen Zehner-Werte – auf diesem Niveau ist dann einfach nichts mehr zu machen.» Petra Lustenberger lag lange gut im Rennen um einen Finalplatz. Erst in der vierten Passe fiel sie zurück. Mit der Leistung der dritten Schweizer Schützin, Marina Bösiger, zeigte sich Burger zufrieden. «Marina nimmt das erste Mal als Mitglied eines Eliteteams an einer EM teil. Sie hat das heute gut gemacht, ihre Leistung war in Ordnung», so Burger.

 

Petra Lusenberger (zweite v.r.) wird 32. Marina Bösiger beendet die Qualifikation auf Rang 53.



«Über die Bücher gehen»

Weniger in Ordnung war dann aber das Schlussresultat des Teamwettbewerbs, den die Schweizerinnen auf dem 13. Schlussrang beendeten. «Das kanns natürlich nicht sein», resümiert Burger. «Unser Anspruch muss ganz klar der 5. oder 6. Platz sein.» Wenn vor allem Christen und Lustenberger heute das abgerufen hätten, was von ihrem Potential her möglich sei, wäre dies auch kein Problem gewesen, so Burger.

Fazit des Leiters Bereich Spitzensport: «Unsere Profis haben heute zu wenig abgeliefert, sie müssen über die Bücher.» Konkret werde zudem in Zukunft bei den Trainings der Fokus auf die «Tempofestigung» während eines Wettkampfs gelegt, auch der Start müsse geübt werden. «Wir können das besser», so Burger.

Übrigens: Gold holte sich im Finale die Kroatin Snjezana Pejcic, Silber ging an Stine Nielsen aus Dänemark und Bronze an die Russin Daria Vdovina.

 

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Berichterstattung 9.3.2017

Gewehrjuniorinnen verpassen den Finaleinzug

Der Wettkampfauftakt an der EM in Maribor begann für das Schweizer Team nicht nach Mass: Die Juniorinnen Julia Oberholzer, Lisa Suremann und Chiara Leone schafften es in der Disziplin Gewehr 10m nicht in das Finale. Oberholzer zeigte jedoch trotzdem eine gute Leistung.

Die Gewehrjuniorinnen konnten am Donnerstagmorgen an den Europameisterschaften Gewehr und Pistole 10m in Maribor (SLO) die Erwartungen nicht erfüllen und verpassten den Finaleinzug. Julia Oberholzer klassierte sich in der Qualifikation mit 413.5 Zählern als beste Schweizerin auf Rang 15. Chiara Leone mit einem Total von 409.3 Punkten folgt auf dem 40. Platz, Lisa Suremann beendete den Wettkampf auf Rang 63 mit 402 Punkten.
 

Verpasste den Einzug ins Finale um weniger als einen Punkt: Julia Oberholzer (Bildmitte)


Julia Oberholzer nimmt nach den Europameisterschaften in Györ (HUN) 2016 das zweite Mal an einer EM teil. Im Vergleich zu damals (Rang 52) konnte sich die Zürcherin am Wettkampf in Maribor mit dem 15. Schlussrang klar verbessern. Am Schluss fehlte Oberholzer weniger als ein Punkt auf Rang acht, der die Finalteilnahme bedeutet hätte. Entsprechend ambivalent ist die Gefühlslage Oberholzers: «Ich bin schon enttäuscht, dass ich es nicht ins Finale geschafft habe – vor allem, weil es so knapp war», so Oberholzer. Auf der anderen Seite zeigt sich die Schützin zufrieden mit ihrer Leistung, zumal sie zu Beginn des Tages von einer Übelkeit geplagt wurde. «Vor allem habe ich bis zum Schuss gekämpft», so Suremann.
«Julia zeigte heute eine gute Leistung», bestätigt Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport. Vor allem die Steigerung im Vergleich zur EM in Györ sei positiv zu bewerten.
 

Gebannter Blick auf die Resultateanzeige: Julia Oberholzer (Bildmitte). Links von ihr Nina Christen, rechts Marina Bösiger

 

Die Jüngste im Team der Juniorinnen, Chiara Leone, klassierte sich auf dem 40. Rang – dies bei einem Teilnehmerfeld von total 68 Athletinnen. «Chiara hatte einen schwierigen Start, hat sich dann aber im Verlauf des Wettkampfs gefangen», so Burger. Eingedenk der Tatsache, dass die Trainings vom Dienstag nicht optimal gewesen seien und Leone zudem ihr EM-Debüt ablegt habe, sei ihre Leistung heute jedoch insgesamt «in Ordnung», so Burger.
Weniger gut lief es der dritten Schweizer Schützin, Lisa Suremann. Die Mönchaltorferin landete auf Platz 63. Dies ist umso enttäuschender, da Suremann noch Ende Januar am IWK in München mit einer starken Leistung nur knapp am Finaleinzug vorbeischrammte.

 

Daniel Burger: «Richtige Prioritäten setzen»

Daniel Burger übt denn auch grundsätzliche Kritik: «Wir müssen alle lernen, die richtigen Prioritäten zu setzen.» Wenn man sich auf einen Grossanlass wie eine EM vorbereite, reiche das übliche Training nicht aus. «25 Stunden pro Woche müssen es sein, wenn man auf diesem Level etwas erreichen will. Sonst reüssiert man ganz einfach nicht», so Burger. Hier sei jedoch nicht nur das nötige Verständnis der Athleten, sondern nicht zuletzt auch dasjenige des familiären Umfeldes unabdingbar. Er könne es nur wiederholen: «Es braucht von jedem Athleten ein Commitment, also ein klares Bekenntnis zum Spitzensport.» (cpe)


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Berichterstattung 7.3.2017

Die EM in Maribor ist eröffnet

Die Europameisterschaften Gewehr und Pistole 10m in Maribor (SLO) wurden am Dienstagabend feierlich eröffnet. Die Wettbewerbe beginnen am Mittwoch, die Schweizer Schützinnen und Schützen werden erstmals am Donnerstagmorgen ins Wettkampfgeschehen eingreifen.

Direkt vor den Toren Maribors liegt der Bergrücken der Pohorje, Teil des grössten Skigebiets Sloweniens. Hier, genauer gesagt in einem Festzelt nahe der Hotel- und Sportanlage Habakuk (die heisst wirklich so) gingen am Mittwochabend die Feierlichkeiten zur Eröffnung der Europameisterschaften Gewehr und Pistole 10m in Maribor über die Bühne. Andrej Fistravec, der Bürgermeister Maribors, hiess die Sportler und Funktionäre aus 46 europäischen Ländern zu den Wettkämpfen willkommen. Neben weiteren Rednern wandte sich auch der Ministerpräsident Sloweniens, Miro Cerar, ans Publikum und erklärte schliesslich die EM 2017 offiziell für eröffnet. Insgesamt nehmen 577 Athletinnen und Athleten an den Wettbewerben teil.
 

Impressionen von der Eröffnungsfeier: Einzug der Schweizer Fahne (links), Ehrengarde der Slowenischen
Streitkräfte (rechts) und Miro Cerar, Ministerpräsident Sloweniens (Bild unten)

 

Mit den Eidgenossen ist zu rechnen

Das Schweizer Team reist mit insgesamt 12 Schützinnen und Schützen an die Europameisterschaften. Der vergleichsweise kleinen Delegation ist nach den gezeigten Leistungen in den vergangenen Selektionswettkämpfen einiges zuzutrauen (siehe Bericht unten). Nicht zuletzt auch die kürzlich eingefahrenen andersweitigen Erfolge (u.a. Bronze durch Jan Lochbihler im Dreistellungsmatch) am ISSF-Weltcup in Neu-Delhi zeigen: Die Eidgenossen befinden sich mit der internationalen Elite auf Augenhöhe.

Am Mittwochabend wird das Luftgewehr-Team (Nina Christen, Petra Lustenberger und Marina Bösiger) in Maribor eintreffen, die Herren Gewehr mit Pascal Loretan, Jan Lochbihler und Christoph Dürr folgen am Donnerstagmorgen, ebenso die Damen Pistole (Heidi Diethelm Gerber, Rebecca Villiger und Sandra Stark).
Am Freitagmorgen geht’s los: Dann bestreiten die Damen Luftgewehr ihren Wettkampf. Dicht gedrängt ist das Programm am Samstag, wenn die Damen Luftpistole und die Herren Luftgewehr in Aktion treten. Am Samstagnachmittag erfolgt zudem der Mix-Luftgewehr-Wettkampf, den Nina Christen und Pascal Loretan zusammen bestreiten werden.

Bereits am Montagabend sind die Juniorinnen Luftgewehr in Maribor eingetroffen: Julia Oberholzer, Lisa Suremann und Chiara Leone konnten bereits am Dienstag in aller Ruhe ihr erstes Training absolvieren. Am Donnerstagmorgen gilt es ernst: Dann bestreiten die drei jungen Athletinnen ihren Wettkampf. Von Nervosität ist nach dem ersten Trainingstag nichts zu spüren: «Im Gegenteil, wir freuen uns auf die EM», sagt Julia Oberholzer. Etwas besonders sei es aber schon, meint Lisa Suremann. Wenn sie im etwa ihrem Umfeld erzählte, dass sie an eine Europameisterschaft fahre, sei die Reaktion schon speziell:  «Eine EM hat halt schon einen hohen Stellenwert», so die Mönchaltorferin.
Die Ziele der drei Schützinnen? «Natürlich die Finalteilnahme», sagt Chiara Leone selbstbewusst. Wenn man weiterkommen wolle, müsse man sich hohe Ziele setzen, alles andere mache ja gar keinen Sinn.
Bei aller natürlichen Konkurrenz, die Kameradschaft wird bei den drei jungen Athletinnen gross geschrieben: «Wir haben einen guten Teamspirit», betont Julia Oberholzer. Die drei Athletinnen haben sich denn auch den Gewinn einer Teammedaille auf die Fahnen geschrieben.
Übrigens: Erlebt man die drei jungen Schützinnen während eines ganzen Trainingstages wird Eines klar: «Teamspirit» ist bei den drei Juniorinnen kein blosses Schlagwort, die gegenseitige Unterstützung – etwa bei einem kleinen Problem mit der Schiessjacke einer der Athletinnen – erfolgt spontan und unmittelbar. Auf das Auftreten der drei Schweizer Schützinnen am kommenden Donnerstagmorgen darf man also gespannt sein. (cpe)
 

Bei den Juniorinnen Gewehr wird der Teamspirit gross geschrieben (v.l.): Julia Oberholzer, Lisa Suremann und Chiara Leone


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Bericht vom 8.2.2017

Zwölf Schützen vertreten die Schweiz in Slowenien

Die Selektion für die Europameisterschaften Gewehr/Pistole 10m in Maribor ist abgeschlossen. Der Schweizer Schiesssportverband (SSV) hat die Selektionsrichtlinien konsequent angewendet und nimmt nicht alle Startmöglichkeiten wahr.

Klasse statt Masse: Nach diesem Grundsatz haben Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport, und sein Trainerteam die Selektionen für die Luftdruck-Europameisterschaften im slowenischen Maribor vorgenommen. In den Richtlinien waren hohe Qualifikationswerte festgelegt worden. Wer die geforderten Leistungen an den Selektionswettkämpfen nicht gebracht hat, fährt nun auch nicht mit. Von den 24 möglichen Startplätzen besetzt die Schweiz deshalb nur die Hälfte. So werden in Maribor keine Pistolen-Juniorinnen und
-Junioren, keine Gewehr-Junioren und keine Pistolenschützen antreten. «In diesen Feldern war der Abstand zur Weltspitze zu gross», erklärt Daniel Burger und kennt auch den Grund dafür: «Uns fehlen gegenüber der internationalen Konkurrenz die Trainingsstunden.» Die Schweizer Schützinnen und Schützen müssten sich noch mehr anstrengen, um reelle Final- oder gar Medaillenchancen zu haben.

Mit der Zwölfer-Delegation reist ein vergleichsweise kleines Schweizer Team an die Europameisterschaften. Den zwölf Schützinnen und Schützen ist aber einiges zuzutrauen. Angeführt wird das Team von Olympia-Bronzemedaillengewinnerin Heidi Diethelm Gerber, für die in Maribor eine Medaille in Reichweite liegt. Das Pistolen-Team wird komplettiert mit Sandra Stark und Rebecca Villiger. Beide haben in den Selektionswettkämpfen angedeutet, dass sie an einem guten Tag ganz vorne mithalten können.

Eine hervorragende Visitenkarte haben die Gewehrschützen abgegeben. Olympia-Teilnehmer Jan Lochbihler, Pascal Loretan und Christoph Dürr konnten an den Selektionswettkämpfen überzeugen, qualifizierten sich regelmässig fürs Finale und liessen auch die Schweizerrekorde purzeln. Auch die Gewehrschützinnen Nina Christen, Marina Bösiger und Petra Lustenberger haben bewiesen, dass sie gegen die Besten der Welt bestehen können. Viel zuzutrauen ist insbesondere der Olympia-Diplomgewinnerin Nina Christen, die eine hohe Konstanz an den Tag gelegt und Nervenstärke bewiesen hat.

Komplettiert wird das Dutzend mit den drei Juniorinnen Lisa Suremann, Julia Oberholzer und Chiara Leone. Für die drei Gewehrschützinnen ist es vor allem wichtig, auf internationaler Ebene Erfahrungen zu sammeln. Einzig Julia Oberholzer konnte bereits EM-Luft schnuppern. Sie war bereits vor einem Jahr an den 10m-Europameisterschaften in Györ (HUN) Teil des damals 17-köpfigen Teams. Damals holte die Schweiz zwei Silber- und eine Bronzemedaille. Eine solche Ausbeute muss auch das Ziel für Maribor sein. (van)

 

Die selektionierten Athletinnen und Athleten

Frauen Luftpistole 10m
     

Heidi Diethelm Gerber

20.03.1969

Märstetten (TG)

 

Sandra Stark

16.12.1988

Münchwilen (TG)

 

Rebecca Villiger

03.11.1996

Bad Ragaz (SG)

 
           
Frauen Luftgewehr 10m
     

Marina Bösiger

10.05.1995

Derendingen (SO)

 

Nina Christen

07.02.1994

Wolfenschiessen (NW)

 

Petra Lustenberger

12.11.1990

Rothenburg (LU)

 
           
Juniorinnen Luftgewehr 10m
     

Chiara Leone

15.06.1998

Frick (AG)

 

Julia Oberholzer

28.11.1998

Neftenbach (ZH)

 

Lisa Suremann

24.09.1999

Mönchaltorf (ZH)

 
           
Männer Luftgewehr 10m
     

Christoph Dürr

28.04.1996

Gams (SG)

 

Jan Lochbihler

03.03.1992

Holderbank (SO)

 

Pascal Loretan

20.01.1989

Düdingen (FR)

 

 

Medaillen an der letzten Luftgewehr-EM 2016 in Györ

  • Silber für Sarah Hornung, Gewehr 10m Juniorinnen
  • Silber für Sarah Hornung und Christoph Dürr, Gewehr 10m Junioren Mixed Team
  • Bronze für Petra Lustenberger, Gewehr 10m Frauen

 

Das EM-Programm der Schweizer Schützen in Maribor(ohne Gewähr)

Dienstag, 7. März

  • 18.00 Uhr: Eröffnungsfeier

Donnerstag, 9. März

  • 9.15 bis 10.05 Uhr: Qualifikation Gewehr 10m Juniorinnen
  • 11.15 Uhr: Final Gewehr 10m Juniorinnen

Freitag, 10. März

  • 11.15 bis 12.05 Uhr: Qualifikation Gewehr 10m Frauen
  • 13.15 Uhr: Final Gewehr 10m Frauen

Samstag, 11. März

  • 9.30 bis 10.20 Uhr: Qualifikation Pistole 10m Frauen
  • 11.15 bis 12.45 Uhr: Qualifikation Gewehr 10m Männer
  • 11.30 Uhr Final Pistole 10m Frauen
  • 13.30 Uhr: Final Gewehr 10m Männer
  • 15.00 bis 15.30 Uhr: Qualifikation Gewehr 10m Mixed Team
  • 16.45 Uhr: Final Gewehr 10m Mixed Team
  • 18.15 Uhr: Schlussfeier

 

 

 

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