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Das «Schützenhaus» von Sao Paulo

Die Baarerin Michela Capellini <br>arbeitet im Hauptquartier der <br>Olympischen Spiele in Rio.
Die Baarerin Michela Capellini
arbeitet im Hauptquartier der
Olympischen Spiele in Rio.

13.08.2016 - Die Baarerin Michela Capellini arbeitet seit zwei Jahren in der Organisation der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro und ist zuständig für das Ticketing an den verschiedenen Sportstätten. Auch der Schiesssportanlage Deodoro hat sie schon einen Besuch abgestattet. Zum Schiesssport hat sie auch sonst noch einen speziellen Bezug.

Seit rund vier Jahren lebt die gebürtige Baarerin Michela Capellini in Rio de Janeiro. Nachdem sie in der Organisation des Confederations Cup 2013 und der Fussball-WM 2014 mitgearbeitet hat, trat sie im September 2014 einen Job bei den Olympischen Spielen und den Paralympics an. Als Mitarbeiterin der Service-Abteilung, die sich um das Ticketing kümmert, hat sie derzeit alle Hände voll zu tun. Elf-Stunden-Tage sind normal. Die meiste Zeit verbringt sie im Hauptquartier der Olympischen Spiele nahe des Stadtzentrums. Wenn Not am Mann ist, hilft sie aber auch an einer der Sportstätten aus. «So sehe ich auch etwas von den Wettkämpfen», freut sich die 34-Jährige. Capellini ist vom Olympia-Fieber angesteckt. Sie sei stolz, an einem solch grossen Projekt mitzuwirken. Bis ins Schiesssportzentrum Deodoro hat sie es während der Spiele zwar noch nicht geschafft, sie hat der Anlage aber im Vorfeld einen Besuch abgestattet (Bilder von ihr waren auf swissshooting.ch zu sehen). Einen Bezug zum Schiesssport hat sie aber trotzdem – wenn auch nur einen kleinen. Auf einer Reise quer durchs Land hat sie auch in der Gegend von Sao Paulo einen Zwischenhalt eingelegt. «Als Schweizerin haben mich Kollegen ins dortige Schützenhaus geführt», erzählt sie. Eine Schweizer Kolonie frönt dort dem Schiesssport und hat den Schützenstand tatsächlich mit «Schützenhaus» beschriftet und allen Kantonswappen verziert. Der Zufall will es, dass auf diesem Stand der brasilianische Pistolenschütze und Silbermedaillengewinner von Rio, Felipe Almeida Wu, trainiert. Michela Capellini hat sich im «Schützenhaus» der Heimweh-Schweizer auch selbst als Luftpistolen- und Luftgewehrschützin versucht.

 

«Die Brasilianer freuen sich am schönsten»

Doch wen unterstützt die Schweizerin mit Wohnsitz in Brasilien während der Olympischen Spiele? «Ich bin auch noch Italienerin», sagt sie. Das sei nur von Vorteil, so könne sie sich noch öfter über Erfolge freuen. Doch wenn es, wie im Volleyballspiel Brasilien-Italien vom 13. August, zu einem Aufeinandertreffen «ihrer» Nationen kommt, fant sie für Brasilien. «Denn die Brasilianer können sich am schönsten freuen und am besten feiern. Und sie haben es angesichts der Wirtschaftskrise nötig. Dank der Erfolge ihrer Sportler können sie die Sorgen vergessen.» So gross die Liebe zu ihrer Wahlheimat Rio de Janeiro und den Brasilianern ist, wird Michela Capellini ihre Zelte in der cidade maravilhosa, der wunderschönen Stadt, bald abbrechen. Nach dem Ende der Paralympics wird ihre Stelle aufgehoben. Einen neuen Job wird sie sich nicht mehr in Rio, sondern in der Schweiz suchen. (van)

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