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Olympia-Treffer: Panik ist keine angesagt

Anstehen an der Sicherheitskontrolle? <br>Bis am 12. August Fehlanzeige. <br>In den ersten Tagen wurden die <br>Journalisten kaum überprüft.
Anstehen an der Sicherheitskontrolle?
Bis am 12. August Fehlanzeige.
In den ersten Tagen wurden die
Journalisten kaum überprüft.

13.08.2016 - Drei Fragen haben die Weltöffentlichkeit vor den Olympischen Spielen beschäftigt: Ist alles bereit für die Spiele? Wie schützt man sich vor dem Zika-Virus? Wie steht es um die Sicherheit und Kriminalität in Rio de Janeiro? Drei Antworten aus ganz persönlicher Sicht.

Ist alles bereit für die Spiele?

Ja und Nein. Ja, weil die Spiele stattfinden. Im Schiesssportzentrum Deodoro (und viel mehr sehe ich von den Spielen leider nicht) finden faire, gute und spannende Wettkämpfe statt. Die Dramaturgie in den Finals stimmt. Eigentlich funktioniert alles. Doch wirklich bereit war alles erst in den letzten Sekunden oder nach den ersten Wettkampftagen. Die Infrastruktur wurde laufend ausgebaut und verbessert. Noch am Vorabend des ersten Wettkampftags wurde beispielsweise in der Schiesssportanlage beim Eingang zur 10m-Halle der Betonboden aufgespitzt. Am nächsten Tag war dort eine behelfsmässige Türe montiert. Ähnliche Beispiele gibt es viele.

 

Wie schützt man sich vor dem Zika-Virus?

Lange Hosen und lange Ärmel, alles in hellen Farben. Mückenspray für Kleider und Körper. Ein Moskitonetz für die Nacht. Das waren die Empfehlungen im Vorfeld der Olympischen Spiele, um sich vor Mücken zu schützen. Nach gut zehn Tagen in Rio bin ich aber nach wie vor auf der Suche nach der ersten Mücke und bin deswegen sogar extra ein paar Schritte in einen Wald spaziert. Aber auch dort Fehlanzeige. Das Moskitonetz habe ich deswegen schon nach der ersten Nacht wieder abmontiert. Der Mückenspray kam noch nie zum Einsatz, und kurze Hosen sowie T-Shirt sind eine Selbstverständlichkeit. Im Winter hat es in Rio de Janeiro kaum Mücken, bestätigen Einheimische. Sie können die Panikmache nicht verstehen. Und sowieso sei Dengue (ebenfalls von Mücken übertragen) viel gefährlicher als Zika.

 

Wie steht es um Sicherheit und Kriminalität in Rio de Janeiro?

Rio ist eine Weltstadt mit vielen sozialen Problemen, grossen Einkommensunterschieden und entsprechender Kriminalität. Passieren kann immer etwas, wie der von verirrten Kugeln getroffene Medienbus oder bestohlene Athleten zeigen. Doch wer sich mit gesundem Menschenverstand in Rio de Janeiro bewegt, die Goldkette, die grosse Kamera und das dicke Portemonnaie im Hotel lässt, darf sich sicher fühlen. Die Polizeipräsenz ist während der Spiele unglaublich hoch. Dann gilt es noch, gewisse Strassen und Quartiere zu meiden und die Augen offen zu halten - wie in jeder anderen Grossstadt auch.

Schwieriger zu beantworten ist, wie Rio auf einen Terroranschlag vorbereitet ist. Die Sicherheitskontrollen in der Schiesssportanlage lassen daran Zweifel aufkommen. Während den Trainings- und den ersten beiden Wettkampftagen wurden die Journalisten kaum kontrolliert, Foto- und Laptoptaschen wurden nicht gescannt und kaum durchsucht. Auch die Akkreditierungen wurden nicht überprüft. Dieses Regime wurde zwar von Tag zu Tag strenger. Doch wenn der Sicherheitsmann am Scanner auf sein Handy-Display statt auf den Bildschirm der Anlage starrt, nützt alles nichts. (van)

 

Swissshooting.ch publiziert in unregelmässigen Abständen «Olympia-Treffer» aus Rio, in denen ein Blick auf das grosse Drumherum der Spiele geworfen wird, abseits des Schiesszentrums Deodoro.

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