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Olympisches Diplom für Nina Christen

Zwischenzeitlich lag Nina Christen <br>im Olympia-Final gar in Führung.
Zwischenzeitlich lag Nina Christen
im Olympia-Final gar in Führung.

11.08.2016 - Weiterer Grosserfolg für die Schweizer Sportschützen: Nina Christen hält im Final Gewehr 50m Dreistellung hervorragend mit und klassiert sich am Ende auf Rang 6.

 

Rangliste Final Gewehr 50m Dreistellung

Impressionen

 

Es sind erfolgreiche Tage für den Schweizer Schiesssport in Rio de Janeiro. Nach der Bronzemedaille von Heidi Diethelm Gerber macht nun auch Nina Christen beste Werbung für den Schiesssport. Die 22-Jährige stürmt bei ihrem zweiten Olympia-Auftritt als Zweite in den Final und hält auch dort mit den Weltbesten mit. Am Ende reicht es der Nidwaldnerin zu Rang 6 und einem Olympischen Diplom. Lange sah es sogar nach einer Medaille aus. Nach den 15 Kniend-Schüssen grüsste die Spitzensportsoldatin von der Ranglistenspitze. Nervös sei sie deswegen nicht geworden. «Ich habe nur gedacht: ich kann hier absolut mithalten.» Auch wenn sie im Liegend- und Stehend-Schiessen etwas an Boden verlor, dürfen sie und Nationaltrainer Daniel Burger mehr als zufrieden sein. «Momentan fühle ich mich einfach leer», sagt Nina Christen direkt nach dem Final. Noch sind Körper und Kopf komplett im Schiess-Modus. Die Freude werde aber sicher noch kommen.Wie stark sie emotional gefordert war, zeigt auch ein Interview mit einem chinesischen Journalisten. Nina Christen, die sonst gut englisch spricht, hat für einmal Mühe sich auszudrücken. Beat Freihofer vom Medienteam von Swiss Olympic hilft als Übersetzer aus.

 

Bereit am Tag X

Für Daniel Burger ist der sechste Rang eine Bestätigung der guten Vorbereitung. «Ich habe gewusst, dass Nina Christen am Tag X ihre Bestleistung abrufen kann», analysiert er. «Sie ist dazu prädestiniert.» Burger sollte Recht behalten. Dafür griff er auch in die psychologische Trickkiste. In den Trainings der letzten Tage und Wochen war ihm aufgefallen, dass es seinem Schützling im Kniend-Schiessen an Stabilität mangelt. Am Vorabend des Wettkampfs während des Trockentrainings hat er Nina Christen den Tipp gegeben, wie sie sich mehr Stabilität verschafft. Der Kniff hat funktioniert: Nina Christen schoss sowohl in der Qualifikation als auch im Final kniend hervorragend.

Dass es am Ende nicht ganz für eine Medaille gereicht hat, führt Nina Christen auf ihre Nervosität zurück. «Der Druck ist enorm. Da haben sich ein paar Fehler zu viel eingeschlichen.» Der Final sei noch einmal etwas ganz anderes als die Qualifikation. «Letztlich hat nur wenig gefehlt, Nuancen haben entschieden», sagt sie. «Aber ich habe mein Ziel mehr als erreicht und bin deshalb sehr zufrieden mit meiner Leistung.» Der Schweizer Schiesssportverband darf schon vor den zwei verbleibenden Auftritten von Jan Lochbihler (Gewehr 50m liegend und Dreistellung) eine positive Bilanz ziehen. Und Jan Lochbihler darf zugetraut werden, dass er diese Bilanz noch weiter aufpoliert.

Für Nina Christen sind ihre ersten Olympischen Spielen damit vorbei. Sie denkt aber bereits an die nächsten Herausforderungen. Auf die Frage, wie es nun weitergehe, antwortet sie salopp: «Bald geht's nach Hause ins Training für Tokyo 2020.»

 

Im Liegend-Schiessen verlor Nina Christen (ganz links) leicht an Boden. Nach dem Wettkampf können sich Nina Christen und Daniel Burger über den Erfolg freuen.

 

Gold für Deutschland

Die Entscheidung um Gold fiel denkbar knapp. Dabei führte die Deutsche Barbara Engleder vor dem letzten Schuss mit 1.6 Punkten Vorsprung. Während Verfolgerin Zhang Binbin (CHN) eine 10.4 erzielte, kam Engleder nur auf 9.0 Punkte. Das reichte trotzdem für Gold. Engleder totalisierte 458.6 Punkte (neuer Olympischer Finalrekord aufgrund des geänderten Finalmodus), Zhang 458.4. Hinter Zhang steht mit Du Li eine weitere Chinesin auf dem Podest. (van)

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