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Olympia-Treffer: Behandelt wie ein Bundesrat

Wenn Heidi Diethelm Gerber in die <br>Menge eintaucht, haben zwei Männer <br>vom Bundessicherheitsdienst einen <br>wachen Blick auf sie.
Wenn Heidi Diethelm Gerber in die
Menge eintaucht, haben zwei Männer
vom Bundessicherheitsdienst einen
wachen Blick auf sie.

10.08.2016 - Als Olympia-Medaillengewinnerin ändert sich so einiges im Leben. Wohl jeder in der Schweiz, der vorher noch nie etwas vom Schiesssport gehört hat, kennt jetzt Heidi Diethelm Gerber.

Ihr Erfolg kommt einer Erlösung der Sportnation Schweiz gleich. Endlich ist sie da, die erste Medaille an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, erobert nicht von einem Superstar wie Fabian Cancellara im Strassenrennen oder von einem der hoch dekorierten Mountainbiker, sondern von Heidi Diethelm Gerber, 47, aus Märstetten im Kanton Thurgau. «Der Roger Federer des Schweizer Schiesssports», hat sie Nationaltrainer Daniel Burger auch schon genannt, nur hat das ausserhalb der Schiesssportszene niemand wahrgenommen. Welchen Stellenwert Heidi Diethelm Gerber mit dem Gewinn von Olympia-Bronze errungen hat, durfte die Märstetterin gestern an der Medaillenfeier erfahren. Es gab einen regelrechten Rummel um sie. Aber auch hinter den Kulissen stand sie im Mittelpunkt: Im Schiesssportzentrum Deodoro wartete unmittelbar nach dem Wettkampf und der Siegerehrung ein Fahrzeug mit Chauffeur auf sie. Angekommen im SRF-Studio zwischen den weltberühmten Sandstränden Copacabana und Ipanema standen zwei Männer bereit, die ihr den ganzen Abend nicht mehr von der Seite wichen, sie links und rechts auf die Bühne geleiteten, immer ein waches Auge auf die Umgebung werfend, aufmerksam auf jede Bewegung.

Wer sind die beiden Männer im offiziellen Swiss Olympic-Tenü, in kurzer Hose und im roten Pullover mit «SUISSE»-Aufdruck? Verbandsfunktionäre? Delegationsmitglieder? Olympia-Medaillengewinner-Betreuer? Sie sind irgendwie alles, aber nichts so richtig. Die beiden Herren, die sich dezent zurückhalten, wenn es sie nicht braucht, und Präsenz markieren, wenn es nötig ist, sind Mitarbeiter von fedpol, dem Bundesamt für Polizei. Ein paar Männer des Bundessicherheitsdiensts sind Mitglieder der Swiss Olympic-Delegation und beispielsweise für den Schutz der Bundesräte zuständig, die den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro einen Besuch abstatten. Zu ihren Aufgaben gehört es aber auch, die Sicherheit der Olympia-Medaillengewinner zu gewährleisten.

So schnell kann es also gehen, wenn man eine Olympia-Medaille umgehängt erhält. Innerhalb eines Tages ist Heidi Diethelm Gerber von einer nur Insidern bekannten Sportlerin zur Fast-Bundesrätin aufgestiegen. (van)

Swissshooting.ch wird in unregelmässigen Abständen «Olympia-Treffer» aus Rio publizieren, in denen ein Blick auf das grosse Drumherum der Spiele geworfen wird, abseits des Schiesszentrums Deodoro.

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