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Ein Wettkampf zum Vergessen

Bei Heidi Diethelm passte in der <br>Qualifikation mit der Luftpistole <br>nur wenig zusammen.
Bei Heidi Diethelm passte in der
Qualifikation mit der Luftpistole
nur wenig zusammen.

07.08.2016 - Der Auftakt zu den Olympischen Spielen ist Heidi Diethelm Gerber nicht nach Wunsch geglückt. Sie klassiert sich mit 376 Punkten in der Qualifikation Luftpistole 10m auf dem 35. Rang. Für eine Finalteilnahme wären 384 Punkte nötig gewesen.

 

Schiesssportanlässe an den Olympischen Spielen (Zeitplan, Ranglisten)

Rangliste Luftpistole 10m Frauen Qualifikation
Rangliste Luftpistole 10m Frauen Final

Impressionen

 

Es gibt Tage, da will einfach nichts klappen. Einen solchen Tag hat Heidi Diethelm am Sonntag eingezogen, dummerweise an jenem Tag, an dem sie an den Olympischen Spielen in Rio in der Qualifikation Luftpistole 10m anzutreten hatte. Der Beginn gelang der Thurgauerin gar nicht so schlecht. Die 95 Punkte nach der ersten 10er-Passe sind zwar kein Topresultat, aber eines, auf dem sich aufbauen lässt. Das sagt Heidi Diethelm Gerber nach dem Wettkampf auch selbst. «Angesichts der grossen Nervosität bin ich damit zufrieden.» Trotz der inneren Unruhe, die sich auch auf den Körper übertrage, habe sie technisch gut geschossen und sich achtbar aus der Affäre gezogen. Doch dann, als die erste Nervosität verflogen war, folgte ein Bruch. Die Märstetterin kassierte einen Achter. Nach 16 Schüssen legte sie ihre Luftpistole ein erstes Mal hin und suchte den Kontakt zu Ehemann und Trainer Ernst Gerber. Der Nutzen war von kurzer Dauer. «Das Timing hat nicht gestimmt», erklärt sie. «Der Druck wurde immer grösser und dann passieren Fehler.» Nach 25 Schüssen legte die 47-Jährige eine zweite Denkpause ein. Dieses Mal fruchteten die Ratschläge von Ernst Gerber. Nach einer 92er- und einer 93er-Passe schloss sie ihren Wettkampf mit 96 Punkten achtbar ab.

 

Prominente Gescheiterte, Sieg an China

Die Aufholjagd kam aber zu spät. Mit 376 Punkten klassiert sich Heidi Diethelm Gerber auf dem enttäuschenden 35. Rang unter 44 Schützinnen. Für eine Finalqualifikation wären 384 Zähler nötig gewesen, eine Marke, die sie schon unzählige Male geknackt hat. Im Pre-Event-Training vom Samstag beispielsweise erzielte sie 388 Punkte. Auch wenn es für Heidi Diethelm ein schwacher Trost ist, so darf sie sich immerhin in guter Gesellschaft wähnen. Einige andere Spitzenschützinnen schafften die Finalhürde ebenfalls nicht. Unter ihnen die Weltranglisten-Erste Olena Kostevych aus der Ukraine (Rang 28), Titelverteidigerin Guo Wenjun aus China (30), die Deutsche Monika Karsch (25) oder die Bulgarin Atoaneta Boneva (41). An der Ranglistenspitze setzten sich zwei Russinnen in Szene. Vitalina Batsarashkina gewann die Qualifikation mit 390 Punkten vor Landsfrau Ekaterina Korshunova (387). Eng wurde es um Rang 8. Drei Schützinnen erzielten 384 Zähler. Die Chinesin Zhang Mengxue und die Spanierin Sonia Franquet setzten sich schliesslich durch. Der Tunesierin Olfa Charni blieb der 9. Platz. Ihr fehlte ein Innenzehner für die Finalqualifikation. Der Zitterpartie in der Qualifikation liess Zhang Mengxue eine überzeugende Leistung im Final folgen. Sie setzte sich deutlich vor Qualifikationssiegerin Batsarashkina durch. Bronze holte die junge Griechin Anna Korakaki. Zhang Mengxue erzielte mit 199.4 Punkten gar einen Olympischen Finalrekord.

 

Am Dienstag folgt die Paradedisziplin

Trotz der verpassten Finalqualifikation fand die aufgestellte Thurgauerin ihr Lachen schnell wieder. «Natürlich wäre es positiver gewesen, wenn der Wettkampf besser gelaufen wäre», zieht sie ein erstes Fazit. «Aber nun ist die erste Anspannung weg.» Verunsichert sei sie nicht. Ihr sei immer bewusst gewesen, dass mit der Luftpistole auf hervorragende Wettkämpfe (wie an den Weltcups in Rio oder in Baku) auch wieder Flops folgen können. Bereits am Dienstag hat sie in ihrer Paradedisziplin mit der Sportpistole 25m die Chance sich zu rehabilitieren. «Das ist eine ganz andere Disziplin», macht sie sich selber Mut. Auch Ehemann und Trainer Ernst Gerber blickt bereits wieder nach vorne. «Schade, heute wäre mehr möglich gewesen. Aber für Heidi ist es von Vorteil, dass sie nun bereits einen Wettkampf absolviert hat.» (van)

 


 

Trap Frauen: Gold geht nach Australien

Am Sonntag, 7. August, ist in Rio de Janeiro im Schiesssport noch eine zweite Medaillenentscheidung gefallen. Im Trap der Frauen gewann die Australierin Catherine Skinner vor der Neuseeländerin Natalie Rooney. Bronze geht an die Amerikanerin Corey Cogdell. Zu den Resultaten

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