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Olympia-Treffer: «Just a minute»

Morgens kurz vor 6 Uhr in Rio: <br>Die Stadt schläft noch, die letzten <br>Partygänger sind auf dem Heimweg.
Morgens kurz vor 6 Uhr in Rio:
Die Stadt schläft noch, die letzten
Partygänger sind auf dem Heimweg.

06.08.2016 - In Brasilien ticken die Uhren anders – oder gar nicht. Auf öffentlichen Plätzen in Rio de Janeiro kann es durchaus vorkommen, dass an einer Stele drei Uhren hängen, die je eine andere Zeit anzeigen, und trotzdem ist keine richtig. Angesichts solcher Umstände verwundert es nicht, dass die Carioca (wie sich die Bewohner von Rio nennen) einen eher lockeren Umgang mit Pünktlichkeit haben.

«Der Bus wird gleich da sein», heisst es zum Beispiel gerne morgens um 6 Uhr am Busbahnhof. «Just a minute.» Doch vom Bus ist auch eine halbe Stunde später nichts zu sehen. Langsam werden die ersten Journalisten ungeduldig, schliesslich möchten sie rechtzeitig am Wettkampfort eintreffen. Am Freitag ist mir das nicht gelungen. Statt gut einer Stunde dauerte die Anfahrt (inklusive langer Wartezeiten) fast dreieinhalb Stunden. Das Pre-Event-Training war bereits vorbei. Am Samstag (ich bin noch früher aufgestanden, um wirklich rechtzeitig vor Ort zu sein, schliesslich schossen Nina Christen und Sarah Hornung um Olympia-Medaillen) hat’s geklappt: Nach gut zwei Stunden Fahrt bin ich im Schiesszentrum eingetroffen – rechtzeitig für den Start der Luftgewehr-Qualifikation.

Gerne mit dabei gewesen wären auch SSV-Präsidentin Dora Andres und Erich Sutter, Sarah Hornungs persönlicher Trainer. Doch von beiden war keine Spur zu sehen. Andres und Sutter waren mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Dumm nur, dass der Bahnhof, der am nächsten beim Schiesssportzentrum liegt, gesperrt war. Statt eines kurzen Fussmarschs wartete nun eine längere, Schweiss treibende Wanderung auf sie. Gereicht hat es für beide nicht mehr ganz, trotz vollem Einsatz. Sowohl Dora Andres als auch Erich Sutter sahen nur noch die letzten paar Schüsse der beiden Schweizerinnen. (van)

Swissshooting.ch wird in unregelmässigen Abständen «Olympia-Treffer» aus Rio publizieren, in denen ein Blick auf das grosse Drumherum der Spiele geworfen wird, abseits des Schiesszentrums Deodoro.

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