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«Die Schützen sind uns etwas schuldig»

Chef de mission Ralph Stöckli <br>erwartet von den Schützen <br>Spitzenleistungen.
Chef de mission Ralph Stöckli
erwartet von den Schützen
Spitzenleistungen.

19.07.2016 - In gut zwei Wochen beginnen die Olympischen Spiele. Unter den 109 selektionierten Schweizer Athletinnen und Athleten sind auch vier Schützen. An diese hat der Schweizer Delegationsleiter klare Erwartungen.

Im Distributionszentrum von Dosenbach-Ochsner Sport in Luterbach SO hat Swiss Olympic-Delegationsleiter Ralph Stöckli heute Dienstag, 19. Juli, die Ziele für die Spiele in Rio de Janeiro definiert. Fünf Medaillen erwartet er von den 109 selektionierten Athletinnen und Athleten, die vom 5. bis 21. August in 16 der 28 Sportarten antreten werden. Mittendrin sind mit Heidi Diethelm Gerber, Sarah Hornung, Nina Christen und Jan Lochbihler auch vier Schützen. Auch von ihnen fordert Ralph Stöckli einiges. Zu den Medaillenkandidaten zählt er zwar einzig Heidi Diethelm, vom restlichen jungen Team erwartet er aber ebenfalls Spitzenleistungen - dies auch mit Blick zurück auf London 2012, wo die Schweizer Schützen nicht überzeugen konnten. «Die Schützen sind uns etwas schuldig», sagt er denn auch.

Die ganz grossen Medaillenkandidaten sieht Stöckli in anderen Disziplinen - Tennis, Mountain Bike, Rudern, Triathlon Reiten, um nur ein paar zu nennen. Angesichts der hochkarätigen und grossen Delegation (letztmals waren 1996 in Atlanta mehr Schweizer am Start) scheinen die fünf angestrebten Medaillen bescheiden. Stöckli widerspricht dieser Sichtweise. «Es ist unglaublich schwierig, am Tag X die Bestleistung abzurufen», betont er. «Und die Konkurrenz schläft nicht.» Zum Vergleich: In London 2012 holte die Schweiz vier Medaillen (je zweimal Gold und Silber). Medaillen sind denn auch nicht alles für die Schweizer Delegation. Stöckli setzt noch andere Ziele: Er wünscht sich eine perfekte Organisation von Seiten Swiss Olympic, persönliche Bestleistungen und Athleten, die die Schweiz mit Freude und Stolz vertreten. «Ich bin überzeugt, dass dieses Team tolle Geschichten schreiben wird», so Stöckli. «Denn Rio ist eine wundervolle Bühne für Erfolgsgeschichten.»

 

Vier von 109: Das Schützen-Quartett für Rio.

 

Ralph Stöckli erhebt aber auch den Mahnfinger und warnt. Die Schweiz habe es verpasst, mehr Geld in den Spitzensport zu investieren. «Was ist uns der Leistungssport wert?», fragt er rhetorisch in die Journalistenrunde. Die Lotteriegesellschaften und die Armee hätten ein klares Bekenntnis zum Spitzensport abgegeben, vom Bund fehle ihm ein entsprechendes Zeichen. Vielleicht helfen ja Spitzenleistungen in Rio. Stöckli ist überzeugt, dass die Voraussetzungen gegeben sind. Er fliegt bereits am 22. Juli nach Brasilien, um die Schweizer Unterkünfte im Olympischen Dorf zu übernehmen. Die Schweizer Delegation füllt dort nur einen ganz kleinen Teil. 18'000 Betten stehen zur Verfügung für die 10'500 Athleten aus 206 Ländern sowie ihre Betreuer.

In der Überzahl sind die Schweizer dafür hoffentlich im House of Switzerland von Präsenz Schweiz. Das Ensemble mit Restaurant, Athleten-Lounge, Bar, Rennbahn und künstlichem Eisfeld steht an der Lagoa in Gehdistanz von der Copacabana. Hier präsentiert sich die Schweiz von ihrer besten Seite - mit Tourismusdestinationen, Gaumenfreuden wie Schokolade, Raclette und Wein sowie hoffentlich mit ganz vielen Medaillengewinnern.

 

Einige Stücke aus der Kollektion für die Schweizer Olympia-Athleten.

 

Im Rahmen der Medienkonferenz haben verschiedene Athletinnen und Athleten auch ihr Outfit für Rio erhalten. Der BMX-Fahrer David Graf und Catherine Debrunner für die Paralympics-Athleten war es vorbehalten, die Teambekleidung zu präsentieren. Die vier Schweizer Schützen wurden übrigens noch nicht eingekleidet. Sie sind am Donnerstag, 21. Juli, an der Reihe. Am selben Tag gibt Swiss Paralympic die Selektionen für die Paralympics Rio vom 7. bis 18. September bekannt. Die Schweiz hat im Schiessen sowie im Bogenschiessen je zwei Quotenplätze erobert. Nominiert für die Spiele sind die Schützen Nicole Häusler und Paul Schnider sowie die Bogenschützen Magali Comte und Martin Imboden. (van)

 

Olympia-Facts

  • 109 Schweizer Athleten (48 Frauen, 61 Männer) in 16 Disziplinen
  • 76 Olympia-Debütanten
  • erfahrenster Teilnehmer: Roger Federer (5. Olympia-Teilnahme)
  • ältester Teilnehmer: Paul Estermann, Reiten (53)
  • jüngster Teilnehmer: Albane Valenzuela, Golf (18)
  • grösster Teilnehmer: Augustin Maillefer, Rudern (194cm)
  • kleinster Teilnehmer: Sarah Hornung, Schiessen (151cm)
  • Ziel: 5 Medaillen

 

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