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Restliche Quotenplätze vor allem an Exoten vergeben

Alin George Moldoveanu an der EM in<br> Györ nach der verpassten Olympiaqualifikation.
Alin George Moldoveanu an der EM in
Györ nach der verpassten Olympiaqualifikation.

10.06.2016 - Sämtliche 390 Startplätze im Schiessen für Rio 2016 sind verteilt. Die 24 Wildcards, die am grünen Tisch vergeben wurden, gingen mit einer Ausnahme an eher exotische Nationen.

Alin George Moldoveanu, der rumänische Sportschütze, der an den 10m-Europameisterschaften im vergangenen Februar in Györ HUN als 17. Gewehr 10m die letzte Chance auf einen Quotenplatz verpasst hatte, darf doch noch darauf hoffen, seinen Titel als Olympiasieger von 2012 in London in Rio 2016 verteidigen zu können. Denn sein Heimatland, Rumänien, erhielt in der Schlussrunde von der tripartiten Kommission der ISSF noch einen der 24 zu vergebenden Quotenplätze zugesprochen. Die restlichen QP wurden jedoch nicht an erfahrene und bewährte Spitzenathleten, die ihre Qulifikationschance nicht gepackt hatten, vergeben, sondern wurden am grünen Tisch an teils sehr exotische Nationen wie Brunei, Sri Lanka und Bangladesch vergeben oder an aus dem ehemaligen Jugoslawien hervorgegangene Staaten wie Bosnien-Herzogowina, Mazedonien und Kosovo, der ganz neu die internationale Sportbühne betritt und erstmals an der Qualifikation für die Fussball-WM 2018 teilnehmen wird. Während bei den Frauen 3x20, wo Jasmin Mischler für die Schweiz einen Quotenplatz holte, aber in der internen Qualifikation dann über die Klinge springen musste, keine Wildcards verteilt wurden, waren es G10m der Frauen, wo Petra Lustenberger im Februar an der EM in Györ der Schweiz den vierten Startplatz für Rio gesichert hatte, sogar acht QP, die wild verteilt wurden. Dies neben an die bereits erwähnten Nationen aus ex-Jugoslawien und Exoten auch noch nach Andorra, Bolivien, Irak und Pakistan. Alle diese Länder können nun eine (bis dato noch unbekannte) Athletin nach Rio schicken, während die Schweizer Quotenplatzgewinnerin Petra Lustenberger zuhause bleiben muss.  

Breite Teilnahme für ISSF wichtiger als die erbrachte Leistung

Laut dem Schweizer Nationaltrainer Daniel Burger ist das erklärte Ziel der ISSF, an den Olympischen Spielen in Rio im Schiessen 100 Nationen am Start zu sehen. Im Endeffekt sind es nun nach der erfolgten Vergabe der Wildcards Vertreter aus 95 Nationen, die die 390 Startplätze einnehmen werden. Mehr noch als das von oberster Stelle gewollte Jekami (Jeder kann mitmachen) stört Burger am aktuellen Vergabemodus, dass «Nationen wie Australien und Ägypten, die an ihren Kontinentalmeisterschaften Unmengen an Quotenplätzen gewinnen, vergleichsweise einfach zu Olympia-Startplätzen kommen, während für uns in Europa, wo das Niveau x-fach höher ist, nur noch Brosamen übrig bleiben», wie der Nationaltrainer betont. (atp) 

Die offizielle Meldung der ISSF zur Verteilung der restlichen Quotenplätze ist hier nachzulesen. 

 

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