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Ausserordentliche Stoss-Schützen-Landsgemeinde

Der neue Ehrenpräsident des Stoss-Schützen-<br>verbandes, Peter K. Rüegg, wurde mit einem<br>Appenzeller Landsgemeinde-Säbel verabschiedet.
Der neue Ehrenpräsident des Stoss-Schützen-
verbandes, Peter K. Rüegg, wurde mit einem
Appenzeller Landsgemeinde-Säbel verabschiedet.

26.11.2016 - Verschiedene Umstände zwangen Vorstand und Delegierte zu einem schmerzlichen Verzicht auf das Stoss-Schiessen 2017 - wenigstens in der bisherige Form. Doch mit dem geplanten Zusammengehen der beiden Verbände (Stoss-Schützenverband und Vögelinsegg Schützenverband) bleibt die Hoffnung, dass die beiden Gedenkschiessen bestehen bleiben.

 

Ein Nachfolger für Peter K. Rüegg, welcher nun als verdienter Ehrenpräsident des Stoss-Schützenverbandes von Bord geht, liess sich nicht finden. An der ausserordentliche Delegiertenversammlung vom  26. November in Gais nahmen 64 von 128 Delegierten teil.



10 Jahre im Dienste des Stoss-Schützenverbandes: Peter K. Rüegg

Der Stoss-Schützenverband bestand im wesentlichen aus ihm, als Macher, als Beweger und als Motor dieser Organisation. Auf Rosen war der Verband wohl nie gebettet und nur dank der sehr gepflegten Sponsorenpflege in den letzten Jahren konnte sich der Verband auch finanziell über Wasser halten. Jährliche Zuwendungen - eingeholt nota bene vom Vorsitzenden - von bis zu 14 000 Franken jährlich - polierten die Bilanz so auf, dass man wenigstens von einer schwarzen Null sprechen konnte. Bereits vor einem Jahr kündigte Peter K. Rüegg seinen Rücktritt an, also genug Zeit um einen Nachfolger zu finden. In dieser Hinsicht passierte aber wenig und so stand man - an der DV vom letzten Novembersamstag, ohne neuen Präsident da. Die zusätzliche Demission von Bauchef Josef Steuble machte den Vorstand führungslos. Das war die bedrohliche Ausgangslage mit welcher die 64 stimmberechtigten Delegierten am 26.11.2016 in Gais konfrontiert wurden.  Namentliche Spontanvorschläge aus der Versammlung  (Ivo Koller, jetziger Kassier) oder Toni Signer (Ehrenpräsident) Werner Höhener prallten an den so «Nominierten» ab und so merkte es der Letzte: Der Stoss-Schützenverband ist offensichtlich auf Talfahrt.
 

Zerfall droht - gibt es eine Rettung des historischen Stoss-Schiessens?

Verbandskassier Ivo Koller malt ein ziemlich düsteres Bild was die Versammlungsteilnehmer nachdenklich macht. Die Einnahmen stehen und fallen mit den jeweiligen Teilnehmerzahlen. Für 2016 hatte man mehr (zahlende) Schützen erwartet. Ein Rückgang von Schützen bedeutet immer ein Loch in der Kasse. Muss man vom bestehenden Vermögen zehren droht innert Kürze der finanzielle Ruin. Wie weit bestehende Sponsoren - ohne das Zugpferd Rüegg bei der Stange gehalten werden können - steht in den Sternen. Eine Realisierung der Austragung 2017 stehe auf ganz wackligen Beinen - so schloss der Kassier sein Votum ab.
 

Antrag des Vorstandes: Stoss-Schiessen hat 2017 Pause

Nach einigen Diskussionen und Voten zum Thema wie weiter - schreitet der Vorsitzende zur Abstimmung und unterbreitet den Antrag des Vorstandes auf die Austragung 2017 des Stoss Schiessens zu verzichten. Zuvor gemachte Vorschläge den Schiessbetrieb in einen normalen Stand zu verlegen, auf die Festhütte und die Bauten im Freien zu verzichten werden angehört aber nicht weiter vertieft. Viele historische Schiessen sind dem «Zeitgeist» zum Opfer gefallen.
Nun scheint das Stoss-Schiessen dran zu sein.  Obwohl das Herz blutet müsse man den Tatsachen ins Auge sehen, erklärt ein Vertreter des renommierten Schützenvereins Clanx. Kann ein Standschiessen ein historisches Schiessen ersetzen ? Wohl kaum denkt sich jeder - aber gibt es vernünftige Alternativen. Die gute alte Zeit - sie scheint auch am Stoss - vorbei zu sein. Mit wenig Gegenstimmen und ein paar Enthaltungen wird der - vermutlich von allen bedauerte Entschluss gefasst - Stoss-Schiessen 2017 fällt aus.
 

Tessiner und Zürcher bedauern - Tradition geht verloren

Dieser Entscheid welcher - wohl der Vernunft gehorchend - als richtig erscheint, schmerzt die Schützen. Vor allem die treuen Tiratori aus Chiasso, welche unter dem Kommando von Vanni Donini seit Jahrzehnten auf dem Stoss Stammgäste sind. Lautes Zähneknirschen vernimmt man auch aus der Zürcher Ecke, z.B. bei René Bucher, welcher heuer zum dritten Mal hintereinander mit seiner Sektion den Mannschaftspreis mit der Pistole holte. Für beide Vereine bedeutete das Stoss-Schiessen ein Höhepunkt der Saison - ein Clubausflug der besonderen Art. Man befürchtet in beiden Lagern, dass ein Ausfall 2017 bei den Schützen einen weiteren Schwund bedeuten könnte.
 

50 Prozent der Delegierten entschieden

Was aber ebenfalls festgestellt werden muss, ist die Tatsache, dass auch das Interesse der Stammsektionen an dieser vaterländischen Veranstaltung bescheiden ist. 64 von möglichen 128 Delegierten zeigten an der ausserordentlichen DV in Gais Präsenz und nahmen somit teil am Schicksal des Verbandes. Diese Bilanz dürfte besser sein. Derzeit umfasst der Stoss-Schützenverband 38 Stamm- und ständige Gastsektionen, welche mit dem Gewehr antreten. Pistolen-Sektionen sind es lediglich 16. Bedauerlicherweise haben die Vereine PS Appenzell, SV Nuolen und die SG Stäfa per 31.12.2016 den Austritt aus dem Stoss-Schützenverband erklärt. Auch diese Tendenz ist kontraproduktiv und der Sache überhaupt nicht förderlich - denn Nachfolger - sind leider nicht in Sicht.
 

Jahr der Entscheidung: 2020

Mit dem Zusammengehen mit dem Vögelinsegg-Verband besteht die Option das Stoss Schiessen noch bis ins Jahr 2020 zu retten. Nach dieser Zeitspanne bläst den Schützen und das in der ganzen Schweiz - eine ganz steife Brise entgegen. Das Amt für Umweltschutz startet seine angekündigte Gegenoffensive. Feldstände müssen saniert werden. Weitergeschossen werden kann nur dort, wo der Kugelfang saniert und sogenannte Kugelfangkasten montiert werden. Präsident Peter K. Rüegg präsentiert ein paar Zahlen welche den Versammlungsteilnehmern die Luft nimmt und kommt - summa summarum - auf 1.7 Millionen Franken. Wer soll das bezahlen?
 

Armee sagt Unterstützung zu

Mit Divisionär Hanspeter Kellerhals, Kommandant der Kdo Territorialregion 4  hat man an einen zuverlässigen Partner und Verbündeten zur Seite. Auch an dieser Delegiertenversammlung sagt Divisionär Kellerhals seine Unterstützung - im Rahmen seiner Möglichkeiten - zu. Sicher im Jahr 2018 - kann er - mit seiner Truppe ganz wertvolle Dienste zu Gunsten des Stoss Schiessens erbringen.
 

Ehre wem Ehre gebührt

Schlusspunkt der Versammlung bildet die Ehrung von Peter K. Rüegg mit der Ernennung zum Ehrenpräsidenten. Das Abschiedsgeschenk, ein schöner Appenzeller Landsgemeinde Säbel - entsprechend graviert - wird den Vorsitzenden versöhnlich an seine vermutlich nicht immer einfache Amtszeit beim Stoss-Schützenverband - erinnern.

Ausgezeichnet, neben Bauchef Josef Steuble - für seine 18-jährige Tätigkeit - wurden auch die Sektionspräsidenten Benno Pfister, Sportschützen Gais und René Bucher, Schützengesellschaft der Stadtpolizei Zürich für die gewonnenen Mannschaftstitel 300 und 50m anlässlich der Austragung 2016. Beide Teamchefs erhalten den traditionellen Zinnbecher. (James Kramer)

 

Bechergewinner in der Mannschaftswertung: Links René Bucher, SG Stadtpolizei Zürich (Pistole 50m), rechts Benno Pfister, Sportschützen Gais (Gewehr 300m). In der Bildmite: Peter K. Rüegg.

 

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