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CISM-WM in Doha (Katar), 11. bis 20. November

CISM-WM: Die Silberhelden sind zurück

Die Silberhelden (von links): Rafael <br>Bereuter, Claude-Alain Delley, Andrea <br>Rossi, Nina Christen, Vanessa <br>Hofstetter und Myriam Brühwiler.
Die Silberhelden (von links): Rafael
Bereuter, Claude-Alain Delley, Andrea
Rossi, Nina Christen, Vanessa
Hofstetter und Myriam Brühwiler.

17.11.2016 - Müde, aber zufrieden ist das Schweizer CISM-Team am Sonntag kurz nach dem Mittag von der WM in Doha (Katar) zurückgekehrt. SSV-Präsidentin Dora Andres blickte anlässlich des Empfangs der erfolgreichen Athleten am Flughafen Zürich-Kloten in die Zukunft.

 

Impressionen vom Empfang am Flughafen

Live-Ticker und Resultate

CISM-Shooting, provisorisches Programm

 

Die CISM-WM-Bilanz von Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport, ist durchzogen. Neben den Lichtblicken mit den beiden Team-Silbermedaillen gab es auch einige Enttäuschungen zu verdauen. Am Flughafen Zürich-Kloten dominierte aber die Freude. Die Freude über das doppelte Edelmetall und darüber, dass das gesamte Team gesund in die Schweiz zurückgekehrt ist. Fast jedenfalls: Daniel Burger wird von einer Erkältung geplagt – den Klimaanlagen in Doha sei Dank.

In Empfang genommen wurden die neun Athletinnen und Athleten sowie der Betreuerstab mit Kuhglocken und Schweizer Fahnen von Familienangehörigen und Vereinskollegen. SSV-Präsidentin Dora Andres gratulierte den drei Pistolenschützen Sandro Loetscher, Christian Klauenbösch und Guido Muff für die gezeigten Leistungen, auch wenn es nicht ganz nach vorne gereicht hat. Mit Ragusa beschenkt wurden die drei Gewehrschützen Claude-Alain Delley, Rafael Bereuter und Andrea Rossi, die im Team-Wettkampf Standardgewehr 300m 3x20 Silber erobert hatten. Ein besonderes Lob gab es für die drei Damen. Erstmals überhaupt entsandte die Schweiz ein Frauen-Team an eine CISM-WM. Nina Christen, Vanessa Hofstetter und Myriam Brühwiler konnten die Erwartungen mehr als erfüllen. Mit Silber im Team-Wettkampf Gewehr 50m 3-Stellung holten auch sie Edelmetall in die Schweiz.

Dora Andres liess sich nicht nehmen, nicht nur zurück-, sondern auch vorauszublicken. Sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass das Team in den nächsten Jahren noch breiter und noch stärker wird. Aus gutem Grund: 2018 finden die CISM-Weltmeisterschaften in der Schweiz statt. (van)

 


Berichterstattung 6. Wettkampftag, 19. November

Solide Leistungen zum Abschluss

Ganz nach vorne hat es den Schweizern am letzten Wettkampftag der CISM-WM in Doha nicht gereicht. Die beiden Pistolenschützen Christian Klauenbösch und Sandro Loetscher sowie Gewehrschütze Rafael Bereuter zeigten aber solide Leistungen.

Mit den Rängen 18 und 22 haben die beiden Pistolenschützen Christian Klauenbösch und Sandro Loetscher die CISM-WM ansprechend beendet. Im Einzelbewerb militärisches Schnellfeuer zeigten die beiden Schweizer erneut ihr Potenzial. Klauenbösch schoss konstant und kam so auf 578 Punkte. «Leider konnte er sich im Vergleich zum Vortag nicht steigern», bedauert Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport. Loetscher war insbesondere zu Beginn des Wettkampfs sehr gut unterwegs, verlor aber in der letzten Serie (92 Punkte) etwas an Boden. Seine 577 Zähler reichten für den 22. Rang. «Sandro hat erneut mit Aussetzern eine bessere Klassierung verschenkt», so Burger. Für eine Medaille war die Latte hoch gelegt: 587 Punkte waren nötig, um aufs Podest zu steigen. Dort teilten sich zwei Chinesen und ein Franzose das Edelmetall. Weltmeister ist Xie Zhenxiang (591) vor Landsmann Jin Yongde (589) und Fabrice Daumal (587). «Die Spitzen-Athleten haben eindrückliche Leistungen gezeigt», lobt Burger die Konkurrenz.

Ohne Exploit blieb auch Rafael Bereuter. Der Müswangener war im Dreistellungswettkampf Gewehr 300m militärisches Schnellfeuer kniend und liegend in Tuchfühlung mit der Spitze. In der ersten Stehend-Serie passierte das Missgeschick: Der achte Schuss dieser Serie landete auf der Nachbarscheibe. Mit diesem Nuller waren alle Medaillenträume geplatzt. Ohne den Fehlschuss wäre Bereuter auf dem guten sechsten Rang gelandet. Nun reichte es Bereuter mit 559 Punkten (191/194/174) für den 15. Rang. Weitere Schweizer waren nicht am Start. Die Medaillen gingen an Norwegen und Österreich. Odd Arne Brekne ist mit 576 Punkten Weltmeister vor dem Österreicher Bernhard Pickl (574, 22 Innenzehner) und dem Norweger Kim-Andre Aannestad Lund (574, 12 Innenzehner).

Daniel Burgers WM-Bilanz fällt durchzogen aus. «Einige Lichtblicke sind da», sagt er und denkt dabei an die Silbermedaillen der Gewehr-Teams. «Aber es braucht noch sehr viel Arbeit, um die Lücke zur absoluten Spitze zu verkleinern.» Das Schweizer CISM-Team kommt am Sonntag, 20. November, zurück in die Schweiz. Die Ankunft am Flughafen Zürich-Kloten wird um 12.10 Uhr mittags erwartet. (van)

 


Berichterstattung 5. Wettkampftag, 18. November

Kein Wettkampfglück für die Schweizer

Nach der silbernen Auszeichnung im Team bleiben die Medaillenträume der Schweizer Frauen im Einzelwettkampf Gewehr 50m Dreistellung unerfüllt. Als Beste wird Nina Christen Zehnte. Auch den Männern läuft es nicht nach Wunsch.

Nina Christen auf dem 3., Vanessa Hofstetter auf dem 8. Rang: So sah es am 17. November im Team-Wettkampf aus. Doch einen Tag später läuft es den Schweizerinnen im Einzelwettkampf Gewehr 50m Dreistellung nicht mehr so rund. 586 Punkte hat Nina Christen im Teamwettkampf erzielt. Das hätte im Einzel für den zweiten Rang gereicht. Doch die Wolfenschiesserin kam auf «nur» 582 Punkte (198/195/189). Mehr als der 10. Platz lag da nicht drin. Nicht besser lief es Vanessa Hofstetter. Die Bernerin erzielte 574 Punkte (192/196/186) und kam damit auf Rang 25. Vier Plätze weiter hinten klassierte sich die dritte Schweizerin Myriam Brühwiler (572, 190/195/187). Ganz vorne machten andere die Musik: Der Weltmeistertitel geht an die Südkoreanerin Bae Song Hee (587, 197/199/191). Auf dem Podest stehen zudem die Österreicherin Franziska Peer (586, 197/198/191) und die Russin Alena Nizkoshapskaia (585, 194/197/194).

 

Pistole 25m: Nur Christian Klauenbösch ruft sein Potenzial ab

Missglückt ist der Wettkampf der Pistolenschützen. Christian Klauenbösch, Sandro Loetscher und Guido Muff belegen im Team-Wettkampf Pistole 25m Militärisches Schnellfeuer mit 1706 Zählern nur den 11. Rang. Christian Klauenbösch kam in der ersten Ablösung mit 579 Punkten immerhin auf den 8. Rang. «Das war ein guter Auftritt von Christian», bilanziert Daniel Burger, Leiter Spitzensport. «Er hat erneut gezeigt, welches Potenzial er besitzt.» Weniger zufrieden war Burger mit dem Auftritt von Guido Muff. Der Rothenburger belegte in derselben Ablösung mit 561 Punkten den 32. Platz. «Er hat sich viel Mühe gegeben, konnte seine Schwäche vor allem im mentalen Bereich auf dieser Wettkampfstufe aber nicht kaschieren.» Nur wenig besser lief es Sandro Loetscher. Er erzielte 566 Zähler, was in der zweiten Ablösung zu Platz 17 reichte. «Bei ihm waren eigentlich alle Serien ansprechend. Aber einen totalen Aussetzer in einer Sechs-Sekunden-Serie hat er teuer bezahlt.» Klauenbösch und Loetscher haben im Einzelwettkampf vom 19. November die Chance, sich zu steigern. Guido Muff hat die Qualifikation nicht geschafft. Weltmeister ist das Team aus China mit 1755 Punkten. Gao Zheng, Xie Zhenxiang und Jin Yongde liessen den zweitplatzierten Katarern keine Chance und hatten am Schluss einen Vorsprung von 18 Zählern. Rang drei geht an die Russen mit 1730 Punkten. Um in diese Sphären vorzustossen, müsse ein Ruck durch das Schweizer Team gehen, sagt Daniel Burger. Das Pistolen-Team müsse noch stärker gefördert werden, weitere Athleten müssten hinzustossen.

 

Rang 4 für das Männer-Gewehr-Team

Die drei Schweizer Gewehrschützen waren im Team-Wettkampf 300m Militärisches Schnellfeuer im Einsatz. In der ersten Ablösung klassierte sich Claude-Alain Delley mit 549 Punkten (186/194/169) auf dem 7. Rang. «Im Training lief es ihm hervorragend», sagt Burger. «Im Wettkampf war er ein Schatten seiner selbst.» Schon kniend habe er grosse Probleme gehabt, in der ersten Stehend-Serie lief es noch schlechter. «Die Nervosität konnte er während des ganzen Wettkampfs nie ablegen», stellt der Trainer fest. Der Trumpf in der ersten Ablösung hatte nicht gestochen, für Rafael Bereuter und Andrea Rossi in den Ablösungen zwei und drei wurde es deshalb noch schwieriger. Bereuter hatte in seinem Wettkampf technische Probleme mit der Scheibe. Zweimal wurden Fehlschüsse angezeigt, die Bereuter nicht abgegeben hatte. Zwar durfte er nach einem erfolgreichen Protest des Schweizer Teams eine Kniend- und eine Liegend-Serie nochmals schiessen, einfacher machte es die Aufgabe aber nicht. Bereuter machte das beste aus der Sache und zog sich mit 567 Zählern (188/194/185) und Rang 4 in seiner Ablösung sehr gut aus der Affäre. Den Rückstand auf die Spitze konnte er aber nicht reduzieren. Zu gut schossen die anderen Teams. Andrea Rossi als dritter Schweizer hatte mit grosser Nervosität zu kämpfen. «Ihm fehlt die Erfahrung auf dieser Stufe Wettkampf», sagt Burger. Stehend habe er nicht an seine Trainingsleistungen anknüpfen können. «Um näher an die Weltspitze zu kommen, muss er mehr trainieren», fordert der Cheftrainer. «Er braucht mehr Stabilität – körperlich und mental.» Der Tessiner kam auf 536 Punkte (185/191/160), was für Platz 12 in der Ablösung reichte. Die 1652 Punkte insgesamt reichten der Schweiz immerhin zu Platz 4. Auf die drittplatzierten Dänen verlor das Team 17 Punkte. Weltmeister ist Favorit Norwegen (1713) vor Österreich (1683). 

 

Das Fazit von Daniel Burger zum vierten Wettkampftag fällt durchzogen aus. «Es war heute nicht unser Tag, das kann es leider immer wieder einmal geben», so der Freiburger. Er erwartet von seinen Schützen nun noch mehr Einsatz, noch mehr Trainingsfleiss, um Anschluss an die Besten der Welt zu finden. Am Samstag, 19. November, werden die CISM-Weltmeisterschaften in Doha mit den Einzelbewerben in den Schnellfeuerdisziplinen Gewehr und Pistole zu Ende gehen. Am Start sind mit der Pistole Christian Klauenbösch und Sandro Loetscher, von den Gewehrschützen hat es lediglich Rafael Bereuter geschafft. (van)

 


Berichterstattung 4. Wettkampftag, 17. November

Silber für die Schweizer Frauen

Was für ein Erfolg für das Schweizer CISM-Team: An den Weltmeisterschaften in Doha (Katar) gewinnen Nina Christen, Vanessa Hofstetter und Myriam Brühwiler im Dreistellungswettkampf Gewehr 50m die Silbermedaille.

Zum ersten Mal überhaupt hat die Schweiz an einer CISM-Weltmeisterschaft ein Damen-Team gestellt und gleich bei der Premiere hat es so richtig zugeschlagen. Nina Christen, Vanessa Hofstetter und Myriam Brühwiler konnten am Tag X ihre Trainingsleistungen auf den Punkt abrufen und das Maximum herausholen. Weltmeister Deutschland lag (noch) nicht in der Reichweite der drei jungen Schweizerinnen. Lisa Müller, Jolyn Beer und Silvia Rachl holten den Titel mit 1750 Punkten – 10 mehr als die Schweizerinnen. Doch die Russinnen zogen gegen das hervorragend aufgestellte Schweizer Frauen-Team den Kürzeren. Mit 1740 Zählern und 80 Innenzehnern (zwei mehr als die Russinnen) setzten sich Christen, Hofstetter und Brühwiler knapp durch. Auch andere namhafte Nationen wie China, Korea, die Ukraine oder Polen konnten die Schweizerinnen hinter sich lassen. Danach hatte es nach dem Liegend-Schiessen allerdings noch nicht ausgesehen. Wie schon am Dienstag, 15. November, im Liegend-Wettkampf liessen die Frauen in dieser Disziplin Federn. Doch entschieden werden Dreistellungswettkämpfe bekanntlich im Stehend-Schiessen. Und hier bewiesen die Schweizerinnen ihre Klasse. Nina Christen und Vanessa Hofstetter kamen beide auf 193 Punkte, Myriam Brühwiler auf 188. Damit zogen sie an mehreren Nationen vorbei und sicherten sich die silberne Auszeichnung. Die Russinnen beispielsweise erzielten stehend neun Punkte weniger.

 

Ein Bild, an das man sich gewöhnen könnte: Die Schweiz auf dem zweiten Rang.

 

Die Team-Leistung schlägt sich auch im Einzelklassement nieder. Nina Christen klassiert sich mit ihren 586 Punkten (197/196/193) auf dem 3. Rang, Vanessa Hofstetter mit ihren 582 Punkten (195/194/193) auf dem 8. Platz. Myriam Brühwilers 572 Punkte (190/194/188) und der daraus resultierende 31. Rang dürfen sich ebenfalls sehen lassen. Für den Einzelwettkampf Gewehr 50m Dreistellung vom 18. November sind die Medaillenchancen der Schweizerinnen damit mehr als intakt.

Für Daniel Burger, Leiter Spitzensport, ist die Silbermedaille eine besondere Genugtuung. «Ich bin nun seit 30 Jahren beim CISM dabei und durfte selber als Schütze auch schon Medaillen an CISM-WM gewinnen. Aber das heutige Edelmetall ist etwas vom schönsten, was ich je miterleben durfte.» Für die Schweiz sei es ein Freudentag, so Burger. «Und vor allem zeigt diese Medaille, wie wichtig die Förderung des Schiesssports durch den Spitzensport der Schweizer Armee ist.» (van)

 


Berichterstattung 3. Wettkampftag, 16. November

Schweizer Männer gehen leer aus

Im Team gab es für die Herren mit dem Standardgewehr 3x20 Silber, im Einzel schrammen die Schweizer knapp an einer WM-Medaille vorbei. Dasselbe gilt für die beiden Pistolenschützen.

Das Wettkampfglück ist den Schweizern nicht immer hold. Mit dem Standardgewehr 300m 3x20 ist Claude-Alain Delley nah an einer Medaille dran. Der Romand schoss mit einem 9er aus, ein 10er hätte für die bronzene Auszeichnung gereicht. So klassierte er sich mit 583 Punkten auf dem sechsten Rang. «Nach einem grossen Fight», wie Daniel Burger, Leiter Spitzensport, betont. Vergeben hat Delley das Edelmetall in der Kniend-Stellung. In dieser Phase musste er zweimal einen 8er hinnehmen. Diese Hypothek wog zu schwer. Auch ein sehr guter Stehend-Teil mit 193 Punkten konnte daran nichts mehr ändern. Trotz dem verpassten Edelmetall, ist Daniel Burger mit seinem Schützling zufrieden. «Claude-Alain hat einmal mehr gezeigt, dass er zu den besten Standardgewehrschützen der Welt gehört.»

Lange auf demselben Niveau wie Delley bewegte sich auch Rafael Bereuter. Der Müswangener war kniend und liegend immer in der Spitzengruppe zu finden. Auch stehend begann er sehr gut, doch dann bremsten kleine Fehler ihn aus. Längeres Zielen funktioniert bei der Thermik in der arabischen Wüste nicht. Da nützte es auch nichts, dass er sehr stabil stand. Letztlich blieb Bereuter der 12. Rang (578). Lange gut unterwegs war auch der drittte Schweizer im Bunde. Andrea Rossi vermochte an seinen ersten Titelkämpfen zu überzeugen. «Er hat aber seiner Unerfahrenheit Tribut gezollt», stellt Daniel Burger fest. Der Tessiner klassierte sich mit 573 Punkten auf dem 18. Rang.

Am besten mit den schwierigen Bedingungen umzugehen wusste Hans Kristian Boe Wear. Der Norweger wurde im Stehend-Wettkampf zusehends nervöser und verlor an Boden. «Eine taktische Meisterleistung hat ihm am Schluss den Sieg gebracht», zollt ihm Daniel Burger Respekt. Wear hatte die letzten sechs Schuss stehend in nur zwei Minuten abgefeuert und konnte so die starke Thermik umgehen. «Sein Risiko wurde belohnt», so der Leiter Spitzensport. Wear gewann mit 586 Punkten vor dem Dänen Steffen Olsen (585) und Landsmann Odd Arne Brekkne (584).

 

Pistolenschützen mangelt es an Konstanz

Das Potenzial wäre da, doch an der Konstanz fehlt es noch. Sowohl Sandro Loetscher als auch Christian Klauenbösch zeigen mit der Zentralfeuerpistole 25m, dass sie mit den Besten mithalten könnten – aber noch nicht über die Dauer von 60 Schüssen. Sandro Loetscher hatte im Präzisionsteil ein paar 8er zu verzeichnen. Diese ärgerlichen Aussetzer trugen ihm eine grosse Hypothek ein, die er im Schnellfeuerwettkampf nicht mehr aufzuholen vermochte. An der Sicherheit und der Überzeugung fehle es nicht, ist Daniel Burger überzeugt. «Kann er sein Potenzial eines Tages ausschöpfen, werden wir von ihm noch viele Erfolgsmeldungen hören.» Gleiches gelte auch für Christian Klauenbösch, der zum ersten Mal an einer CISM-WM dabei ist. Nach dem Präzisionsteil war Klauenbösch im sehr guten siebten Rang klassiert. Doch er konnte die gute Ausgangslage nicht nutzen und verlor im Schnellfeuerteil kontinuierlich an Boden. So landete er zum Schluss mit 575 Punkten auf dem 21. Rang, einen Rang hinter Sandro Loetscher (576). «Die beiden müssen noch mehr Beharrlichkeit und Ausdauer an den Tag legen, um an die Weltspitze heranzukommen», fordert Daniel Burger. Die Podestplätze gingen allesamt nach Asien. Der Chinese Jin Yongde (589) gewann vor dem Inder Omkar Singh (588) und den Nordkoreaner Kim Hyon Ung (584). (van)

 

 


Berichterstattung 2. Wettkampftag, 15. November

Silber für das Herrenteam 3x20 Standardgewehr

Die erste Medaille ist Tatsache: Das Herren-Team holt in der Disziplin 3x20 Standard Gewehr an den CISM-Weltmeisterschaften in Doha (Katar) die Silbermedaille und stellt auch gleich einen neuen Schweizerrekord auf.

Ein Glanzresultat: Rafael Bereuter und Claude-Alain Delley erzielten je ein Total von 584 Punkten, Andrea Rossi schaffte 575 Punkte. Alle drei Schützen waren jeweils in ihrer Ablösung in den Top Drei klassiert, Delley gewann sogar seine Ablösung.
«Alle haben sehr gut geschossen», freut sich Daniel Burger, Leiter Spitzensport. «Bloss kleine taktische Fehler, nicht zuletzt der starken Thermik hier in der Wüste geschuldet, führten zum Unterschied gegenüber den erstplatzierten Norwegern», erklärt Burger. Die Skandinavier stellten in diesem Wettkampf mit 1745 Punkten einen neuen Team-Weltrekord auf. Die Schweizer erreichten ein Total von 1743 Punkten. Auch der Norweger Odd Arne Brekne schaffte mit 588 Punkten Einzel einen neuen Weltrekord. «Daran erkennt man, wie hochstehend das Niveau insgesamt war», hält Burger fest. Bronze geht an Österreich mit 1731 Punkten.
Morgen Mittwoch wird im Einzel um weiteres Edelmetall gekämpft. Mit den Schweizer-300m-Schützen wird auch an diesem Wettkampf zu rechnen sein.

 

Sorgen an der CISM-WM für Furore (v.l.): Rafael Bereuter, Andrea Rossi und Claude-Alain Delley.

 

Damenteam: Fokussierung auf den Dreistellungswettkampf

Das Frauenteam vermochte im Liegendmatch bei schwierigen Windverhältnissen nicht zu überzeugen. Vanessa Hofstetter belegt mit einem Punktetotal von 616.8 Rang 30. Ihr folgen auf Platz 40 Nina Christen mit 612.4 Punkten und Myriam Brühwiler mit 607.1 Punkten. Den ersten Rang belegt die Thailänderin Sununta Majchacheep (624.8 Punkte), gefolgt von den beiden Deutschen Silvia Rachl (624.8) und Jolyn Beer (623.8).
Eingedenk der Tatsache, dass Christen und Hofstetter anfangs Oktober am CISM-Regionalturnier in Thun mit dem Kleinkalibergewehr 3-Stellung einen Doppelsieg feiern konnten und zusammen mit Myriam Brühwiler zudem Gold in der Team-Wertung holten, besteht definitiv Luft nach oben. Die Schweizerinnen trainierten denn nach dem Wettkampf auch gleich weiter, um den Fokus für den bevorstehenden Dreistellungswettkampf aufrecht zu halten.

 

Das Frauenteam trainiert für den bevorstehenden Dreistellungsmatch. Die schwierigen Windverhältnisse stellen eine besondere Herausforderung dar.

 


Pistolenschützen: Sandro Lötscher und Christian Klauenbösch qualifizieren sich für den Einzelwettkampf

Bei den Männern standen heute auch die Pistolenschützen 25m mit dem Teamwettkampf im Einsatz.
«Leider konnten unsere Athleten an den gestrigen halbwegs gelungen Starttag im Präzisions-Teil, an dem sie noch den vierten Platz belegten, nicht anknüpfen», sagt Daniel Burger, Leiter Spitzensport. Im heutigen Schnellfeuer-Wettkampf hätten sie nicht auf ihr «normales Rendement» zurückgreifen können. Was waren die Gründe? «In der Startablösung hatte Guido Muff grösste Probleme, sich an die elektronischen Scheiben anzupassen.» In der Schweiz gäbe es leider fast keine elektronischen Anlagen, wo man entsprechend trainieren könne. Burger betont zudem, dass das Niveau am heutigen Wettkampf allgemein sehr tief war, vermochte doch auch die Konkurrenz nicht zu überzeugen.
Ein Lichtblick: Sandro Lötscher und Christian Klauenbösch konnten sich für den Einzelwettkampf 25m Zentralfeuerpistole (Präzision und Schnellfeuer) von morgen Mittwoch qualifizieren. «Es kann gegenüber dem gezeigten von heute nur besser werden», bilanziert der Leiter Spitzensport. (cpe)

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Berichterstattung 1. Wettkampftag, 14.November


Nach der Ausrüstungskontrolle, den ersten Trainings und einer eindrücklichen Eröffnungsfeier, stehen heute Montag, 14. November, die ersten Wettkämpfe, konkret Eliminationen, der CISM Weltmeisterschaften bevor. Aufgrund des Nebels (ja auch in der Wüste gibt's Nebel) musste die dritte Auflösung 300m auf den Dienstag verschoben werden. Die übrigen Wettkämpfe können aber stattfinden. Es ist also Daumen drücken angesagt.

 

Impressionen vom 1. Wettkampftag:
 

Sandro Loetscher, Elimination 25m Zentralfeuerpistole (Präzision) Männer Team Nina Christen, Elimination 50m Gewehr liegend Frauen Team

 

Vanessa Hofstetter, Elimination 50m Gewehr liegend Frauen Team Im Gespräch: Daniel Burger,
Leiter Spitzensport (links)


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Vorschau CISM-WM vom 9.11.16

Sie gehen in Doha auf Medaillenjagd

Neun Schützinnen und Schützen treten für die Schweiz an der CISM-WM in Katar an. Neben sechs Männern steht erstmals ein Damen-Team am Start.

Mit einer Neuner-Delegation will der Schweizer Schiesssportverband an den CISM-Weltmeisterschaften (CISM = Conseil International du Sport Militaire) in Doha für Furore sorgen. Vom 11. bis 20. November treffen im Wüstenstaat die besten (militärischen) Gewehr- und Pistolenschützen aufeinander. Die Schweiz tritt mit drei Dreier-Teams an. Bei den Frauen sind Nina Christen und Vanessa Hofstetter mit von der Partie, die beide 2015/16 die Spitzensport-RS absolviert haben. Christen hat diesen Sommer an den Olympischen Spielen in Rio einen hervorragenden 6. Platz Gewehr 50m 3-Stellung und damit ein Diplom erreicht. Die beiden jungen Schweizerinnen haben Anfang Oktober am CISM-Regionalturnier in Thun überzeugt und mit dem Kleinkalibergewehr 3-Stellung einen Doppelsieg feiern können. Zusammen mit der dritten Frau im Bund, der Mörschwilerin Myriam Brühwiler, holten sie auch Gold in der Team-Wertung. Nina Christen gewann zudem Bronze im Liegend-Wettkampf. Können die drei Frauen ihr Potenzial abrufen, gehören sie zu den Medaillenkandidatinnen – sowohl liegend als auch im 3-Stellungswettkampf.

Grosses Potenzial hat auch das Herren-Gewehrteam, das im 3-Stellungswettkampf mit dem Standardgewehr sowie im Militärischen Schnellfeuer antritt. Am Regionalturnier in Thun, das vielen Nationen als Vorbereitung für die WM in Doha diente, erreichte das Schweizer Team mit Claude-Alain Delley, Andrea Rossi und Rafael Bereuter den zweiten Platz sowohl mit dem Standardgewehr 300m 3-Stellung als auch im Militärischen Schnellfeuer. In dieser Disziplin wurde Claude-Alain Delley zudem Dritter in der Einzelkonkurrenz. Delley und Bereuter haben zudem Erfahrung, was Edelmetall an CISM-Grossanlässen angeht. Zusammen mit dem heutigen Trainer Olivier Schaffter haben die beiden 2015 an den CISM-Weltspielen Bronze geholt. Bereuter sicherte sich zudem Silber mit dem Standardgewehr 3-Stellung.

Auch die drei Schweizer Pistolenschützen brauchen sich nicht zu verstecken. Am CISM-Regionalturnier in Thun sicherten sich Christian Klauenbösch, Sandro Loetscher und Guido Muff Bronze mit der Zentralfeuerpistole und Silber im Militärischen Schnellfeuer. In den Einzelkonkurrenzen landeten sie jeweils knapp neben dem Podest. (van)

 

Das Schweizer Team in Doha

 

Frauen Gewehr 50m

Myriam Brühwiler, 06.08.1992, Mörschwil (SG) Nina Christen, 07.02.1994, Wolfenschiessen (NW) Vanessa Hofstetter, 10.01.1995, Gümmenen (BE)

 

Männer Gewehr 300m

Rafael Bereuter, 09.12.1986, Müswangen (LU) Claude-Alain Delley, 13.01.1990, Saint-Aubin (FR) Andrea Rossi, 05.03.1991, Bellinzona (TI)

 

Männer Pistole 25m

Christian Klauenbösch, 07.09.1992, Bottenwil (AG) Sandro Loetscher, 05.11.1992, Gelterkinden (BL) Guido Muff, 15.05.1969, Rothenburg (LU)

 

 

CISM Weltmeisterschaften in Doha (Katar), 11. bis 20. November

Der Conseil International du Sport Militaire (CISM) ist der internationale Militärsportverband. Mit 134 Mitgliedsstaaten zählt der CISM zu den grössten Sportverbänden der Welt. Die Schweiz ist seit 1968 Mitglied und nimmt vorab in aufgrund ihrer militärischen Bedeutung ausgewählten Sportarten teil. Dazu zählt auch der Schiesssport. An den CISM Weltmeisterschaften in Doha werden neben den oben aufgeführten Wettkämpfen auch Trap und Skeet geschossen.

Weitere Informationen: www.cism-shooting.ch und www.milsport.one

 

 

Das Programm der Schweizer Schützen in Doha (provisorisch, ohne Gewähr)

Sonntag, 13. November

  • Offizieller Trainingstag
  • Eröffnungszeremonie

Montag, 14. November

  • 300m Standardgewehr 3-Stellung Männer Team
  • 50m Gewehr liegend Frauen Team
  • 25m Zentralfeuerpistole Männer (Präzision) Team Tag 1

Dienstag, 15. November

  • 300m Standargewehr 3-Stellung Männer einzeln
  • 50m Gewehr liegend Frauen einzeln
  • 25m Zentralfeuerpistole Männer (Schnellfeuer) Team Tag 2

Mittwoch, 16. November

  • 25m Zentralfeuerpistole Männer (Präzision und Schnellfeuer) einzeln

Donnerstag, 17. November

  • 50m Gewehr 3-Stellung Frauen Team

Freitag, 18. November

  • 300m Gewehr militärisches Schnellfeuer Männer Team
  • 50m Gewehr 3-Stellung Frauen einzeln
  • 25m militärische Schnellfeuerpistole Männer Team

Samstag, 19. November

  • 300m Gewehr militärisches Schnellfeuer Männer einzeln
  • 25m militärische Schnellfeuerpistole Männer einzeln
  • Siegerehrungen

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